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Gesellschaft

Sie hilft ukrainischen Hunden und Katzen

Der Krieg in der Ukraine verursacht nicht nur grosses menschliches, sondern auch tierisches Leid. Die Esslingerin Esther Geisser engagiert sich mit ihrer Organisation NetAP für die Tiere vor Ort.

Esther Geisser setzt sich rund um den Globus für Tiere ein. Derzeit verstärkt auch in der Ukraine., Der NetAP-Partnertierartzt Bogdan Dascalu hilft einer Geflüchteten mit den Papieren., Medizinische Tierhilfe im Bus: Die Besiterzin freuts, den Hund weniger.

Foto: PD

Sie hilft ukrainischen Hunden und Katzen

Die täglichen Bilder von Kampfhandlungen und Ruinen, das permanente Seilziehen um Sanktionen, eine Flut von dunklen Prognosen, wachsende Flüchtlingsbewegungen – nach bald anderthalb Monaten offenbaren sich die Konsequenzen des Krieges in der Ukraine immer deutlicher.

Während der öffentliche Fokus selbstredend auf dem Schicksal der Menschen liegt, beschäftigt sich Esther Geisser von Berufes wegen mit demjenigen der Tiere. Sie sagt: «Wenn ich helfen kann, ihr Leid zu lindern, dann wird die Situation auch für mich erträglicher.»

Grausame Konsequenzen

«Die Situation» ist ein ziemlich unverfänglicher Begriff für etwas, das der breiten Öffentlichkeit angesichts der vielen Schreckensmeldungen kaum bewusst ist. Der Krieg hat insbesondere für viele Nutztiere grausame Konsequenzen, die zu Millionen in den Hals über Kopf verlassenen Grosshaltungsbetrieben verelenden.

Dass Esther Geisser dabei die Hände gebunden sind, ist für ihr ausgeprägtes Tierschützerherz schwierig zu ertragen. Umso mehr steckt die Gründerin und Präsidentin der in Esslingen beheimateten Tierschutzorganisation NetAP (Network for Animal Protection) jede Menge Energie in jene Bereiche, in denen sie etwas bewirken kann: in die Rettung und Behandlung von Haustieren im Kriegsgebiet und an der Grenze.

Da ihre Organisation ausschliesslich mit Freiwilligen und Partnern arbeitet, baut sie dabei vor allem auf die Infrastruktur und das Netzwerk, das sie sich im Nachbarstaat Rumänien als auch in der Ukraine selbst mit den Jahren errichtet hat. In Rumänien unterhält NetAP heute eine mobile Klinik und neun konstante Kastrationsprogramme für Strasstentiere und Tiere von mittellosen Haltern.

«Als am 24. Februar die Kampfhandlungen begannen, wusste ich, dass es schnell gehen musste», blickt Geisser zurück. Sofort habe sie sich mit dem Partner-Tierarzt Bogdan Dascalu aus dem frisch aus der Taufe gehobenen Programm im rumänischen Suceava in Verbindung gesetzt. Dieser schilderte ihr die Situation in der nahegelegenen Grenzstadt Siret, in der immer mehr Flüchtlinge mit Tieren eintrafen.

Eine kostenlose Betreuung

Die lokale Tierschutzorganisation Casa Lui Patrocle hatte innert Kürze eine Station errichtet, in der die Menschen ihre Tiere kostenlos behandeln, impfen, mit einem Chip versehen und die nötigen Papiere erstellen lassen können. NetAP schloss sich dem Projekt an, liefert Futter und Medikamente und ist durch Bogdan Dascalu, der auch die gesamte Koordination der Hilfe übernimmt, physisch vertreten.

Auf dem Foto sieht man, wie ein Tierarzt eine Katze behandelt.

Derweil hat die Volontärin Victoria Zinyk, eine Ukrainerin, die in ihrer Heimat als Tierschützerin arbeitete und 2017 in die Schweiz auswanderte, eine zentrale Rolle übernommen. Sie steht mit den Heimen und Tierschützern in der Ukraine in Verbindung und koordiniert die NetAP-Hilfe, die ins Land fliesst.

«Wir versuchen vor allem die kleineren Gruppen und Institutionen zu unterstützen, in denen niemand Englisch spricht. Wegen der sprachlichen Hindernisse ist das Risiko gross, dass diese bei den Hilfsangebote der grösseren internationalen Organisationen durchs Netz fallen», erklärt Geisser.

Besonders Medikamente und Transportboxen sind gefragt

Was anfänglich wegen des akuten Katastrophencharakters eines Kriegsausbruchs noch chaotisch anmutete, hat inzwischen geordnete Bahnen gefunden. Einerseits kann der Bedarf klarer eruiert werden, andererseits sind die Transporte gesichert und der strukturelle Rahmen festgelegt. «Vor allem Medikamente und Transportboxen sind gefragt», erklärt Esther Geisser. Man liefert sie an den Flughafen in Bukarest, an die Grenze und ins Krisengebiet selbst.

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