Die täglichen Bilder von Kampfhandlungen und Ruinen, das permanente Seilziehen um Sanktionen, eine Flut von dunklen Prognosen, wachsende Flüchtlingsbewegungen – nach bald anderthalb Monaten offenbaren sich die Konsequenzen des Krieges in der Ukraine immer deutlicher.
Während der öffentliche Fokus selbstredend auf dem Schicksal der Menschen liegt, beschäftigt sich Esther Geisser von Berufes wegen mit demjenigen der Tiere. Sie sagt: «Wenn ich helfen kann, ihr Leid zu lindern, dann wird die Situation auch für mich erträglicher.»
Grausame Konsequenzen
«Die Situation» ist ein ziemlich unverfänglicher Begriff für etwas, das der breiten Öffentlichkeit angesichts der vielen Schreckensmeldungen kaum bewusst ist. Der Krieg hat insbesondere für viele Nutztiere grausame Konsequenzen, die zu Millionen in den Hals über Kopf verlassenen Grosshaltungsbetrieben verelenden.
Dass Esther Geisser dabei die Hände gebunden sind, ist für ihr ausgeprägtes Tierschützerherz schwierig zu ertragen. Umso mehr steckt die Gründerin und Präsidentin der in Esslingen beheimateten Tierschutzorganisation NetAP (Network for Animal Protection) jede Menge Energie in jene Bereiche, in denen sie etwas bewirken kann: in die Rettung und Behandlung von Haustieren im Kriegsgebiet und an der Grenze.

