Diese drei Werke müssen Sie gesehen haben
«Screen Time»
Ein Daumen berührt den Bildschirm eines Smartphones. Was erst als unschuldiger Zeitvertreib beginnt, entwickelt sich zu einem Dauerkonsum, angetrieben von unaufhörlichen Wischbewegungen. Der Screen wird durchlässig und nimmt den Daumen in sich auf. Eine unkontrollierte, wilde Fahrt durch digitalen Content beginnt.
Dan Wengers Animationsfilm läuft als einziger animierter Kurzfilm des Abends in der Kategorie «Swiss Shorts», welche auf Schweizer Filmschaffende fokussiert. Im Zentrum Wengers Film stehen allgegenwärtige Fragen wie: Was macht der Handykonsum mit uns? Wie verändert er uns? Der Autor schafft es mit einem verspielten Ansatz und in seiner Simplizität zu überzeugen und das Abtauchen und Verschmelzen bunter realer und digitaler Welten aufzuzeigen, bis wir uns am Ende komplett verlieren.
«Über Wasser»
Zürich im Sommer. Die morgendliche Erfrischung im Fluss hält nicht lange an, lähmende Hitze bedeckt die Stadt, unter der vermeintlich triviale Alltagskonflikte plötzlich an Gewicht zunehmen. Eli versucht der Enge und Hektik der Stadt zu entfliehen, wird aber immer wieder mit Aggressionen konfrontiert. Und die Wut beginnt sich in ihr aufzubauen.
Der Kurzfilm von Jela Hasler, ebenfalls Teil des «Swiss Shorts», ist ein Film, der unter die Haut geht. Der Autorin und Regisseurin gelingt es, mit ihren Darstellungen einer mit Sexismus, Gewalt und Machtlosigkeit konfrontierten jungen Frau – hervorragend gespielt von Sofia Elena Borsani – beim Zuschauer tiefe Beklommenheit auszulösen. Der Film ist mit seiner Thematik absolut am Puls der Zeit. Hasler beweist, wie gut sie die Gesellschaft beobachten und zwischenmenschliche Stimmungen einfangen kann – und, dass sexuelle Belästigung ein Thema ist, das alle angeht.
«Strawberry Cheesecake»
Singapur. Hier ist das Rauchen von E-Zigaretten noch verboten. Doch das kümmert drei rebellische Schülerinnen herzlich wenig. Es kommt, wie es kommen muss: Von der Schuldirektorin erwischt, droht der Rausschmiss. Allerdings hat die Direktorin die Rechnung ohne die drei Übeltäterinnen gemacht, die zum grossen Rundumschlag ausholen.
In diesem überraschenden Kurzfilm, der am letzten Filmfestival in Locarno Premiere feierte, ist nichts, wie es scheint. Klug, witzig und ohne Hemmungen gelingt es Filmemacherin Siyou Tan zwischen den Genres zu wechseln und den Zuschauer ein zwei Mal zusammenzucken zu lassen. So hätte ihr Kurzfilm, der in der Kategorie «Sisterhood» anläuft, durchaus auch in der Kategorie «Splatter Light» gezeigt werden können.
Tickets für die Kurzfilmnacht Uster sind erhältlich im Qtopia Online-Shop sowie an der Abendkasse. 1 Ticket (ganze Nacht) kostet 30.- (mit qtopia-Abo 25.-). Beginn ist ab 20.30 Uhr.
