Michael Elsener, Sie treten am Samstag im Scala in Wetzikon im Zürcher Oberland auf. Was fällt Ihnen zur Region ein?
Michael Elsener: Mir wurde einst von einem Kollegen gesagt, der hier wohnt, das Oberland sei auch bekannt als «Bible Belt», Bibelgürtel. Ich habe eine Nummer im Programm, in der Roger Schawinski ein exklusives Interview mit einem lang erwünschten Gast führen kann – mit Gott. Diese Nummer bringe ich in Wetzikon in der Tat etwas früher als an anderen Orten.
Warum?
Der Auftritt als Comedian ist immer ein bisschen eine Gratwanderung. Es geht darum, die Leute am jeweiligen Abend frühestmöglich einzuschätzen und zu merken, wofür sie empfänglich sind. Ich presche da gern auch etwas vor mit einem Thema, wie mit «Gott» im «Bible Belt», weil ich möchte die Leute auf Gedanken bringen, die sie sich im Alltag nicht freiwillig machen.
Unterscheidet sich der Humor auf dem Land und in der Stadt?
Wollen Sie jetzt auch einen Stadt-Land-Graben heraufbeschwören? (lacht) Wenn ich in der Schweiz auftrete, kann ich einen Teil meines Programms, in dem es um Sterbehilfe geht, in der ersten Hälfte der Show noch nicht bringen. Die Leute sind dafür noch nicht bereit. In Berlin allerdings, muss ich damit sehr früh einsteigen – das Publikum schläft mir sonst weg.
Also ist deutscher Humor anders als Schweizer?
Ich will nicht pauschalisieren. In den grossen Städten muss ich sicher schneller auf den Punkt kommen.

