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Jetzt übernehmen Charlys Engel

Nach fast einem Vierteljahrhundert hatte der Wirt Charly Engelhard Ende Februar die Schlüssel des Sternen in Rüti abgegeben. Am Freitag, 1. April, übernehmen nun mit Michela Cabitza und Judith Glarner zwei seiner früheren Service-Angestellten die Verantwortung.

Der ehemalige Chef und seine Nachfolgerinnen: Michela Cabitza (l.), Charly Engelhard und Judith Glarner.

Foto Christian Merz

Jetzt übernehmen Charlys Engel

Offiziell ist das Restaurant Sternen in Rüti noch geschlossen, doch der grosse Tag ist schon so nahe, dass Michela Cabitza die Nervosität nicht mehr kaschieren kann. «Am Freitag öffnen wir zum Konzert der Rapperin Big Zis, am Samstag machen wir einen Start-Apéro und zum Schluss des Abends werden wir alle auf den Tischen tanzen», sagt die Italienerin und lacht laut.

Neben ihr am grossen Stammtisch sitzt Judith Glarner. Die beiden hatten zuvor gemeinsam im Service der Kultur-Beiz gearbeitet, nun schlägt ihre Stunde: Ab dem 1. April werden die beiden das Lokal übernehmen, das zuvor fast 24 Jahre lang vom legendären Wirt Charly Engelhard geführt worden ist. «Wir wollten halt einfach vermeiden, dass der Sternen in fremde Hände fällt», sagt Glarner und lächelt.

Die ersten Veränderungen sind schon sichtbar

Es passt insofern gut, dass die beiden das bisherige Konzept weiterführen, gleichzeitig aber auch Veränderungen vornehmen möchten. Erste Anzeichen dafür lassen sich schon an den Wänden erkennen, an denen mehrere Frauen-Portraits der Wetziker Künstlerin Susanne Di Martino im Rahmen einer Vernissage aufgehängt worden sind.

Weiter haben Cabitza und Glarner mit Cansu Yildiz eine junge Frau, die seit letztem Sommer in der Küche des Restaurants steht, zur neuen Chefköchin gemacht. «Wir setzen auf Frauen-Power», bricht es Judith Glarner herunter und Michela Cabitza legt nach: «Jetzt übernehmen Charlys Frauen, oder noch besser, Charlys Engel – wie in der TV-Serie.»

«Wir setzen auf Frauen-Power»
Judith Glarner

So wird die Karte, deren Breite ein Markenzeichen von Charly Engelhard gewesen ist, nun verringert und dem Zeitgeist entsprechend angepasst, aber nicht gänzlich über Bord geworfen. Man will einerseits das Stammpublikum behalten, andererseits aber auch neue Segmente anziehen.

Klassiker wie Leberli, Schnipo, Cordon-Bleu oder Kalbsgeschnetzeltes bleiben, daneben soll es aber auch ein veganes Menu und mehr Vegetarisches geben. Die Produkte sollen weiterhin aus der Region kommen, zusätzlich möchten die zwei vermehrt auch auf Schweizer Bio-Weine setzen.

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Nach fast 24 Jahren als Chef der Kulturbeiz Sternen in Rüti hat Charly Engelhard am Freitag seine Beitrag in Merkliste speichern Im Unterhaltungsbereich wollen die beiden mehr Veranstaltungen und Konzerte ins Lokal holen, Michela Cabitza denkt dabei auch an Formate wie Karaoke. Das Festliche, so betonen die beiden unisono, liege ihnen speziell am Herzen. «Es soll wieder mehr Leben einziehen», sagt Judith Glarner.

Obschon das Duo keine Erfahrung im Bereich der Geschäftsführung hat, sieht es sich mit der neuen Herausforderung nicht unvorbereitet konfrontiert. Neben der Arbeit an der Front, die beide bestens kennen, wird Michela Cabitza, die in Rom Wirtschaft studiert hat, das Büro übernehmen. Judith Glarner soll sich dagegen um das Personal kümmern.

Das bisherige, neunköpfige Team bleibt derweilen zusammen, sogar Charly Engelhard wird vorderhand noch zwei Tage pro Woche mittun. «Das hilft natürlich», findet Michela Cabitza. Denn es gehe nun auch darum, in die neue Rolle hineinzuschlüpfen. «Chefinnen zu werden, das müssen wir noch lernen.»

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