Es sieht ein bisschen aus, als hätte ein gewaltiger Maulwurf gewütet. Über die ganze Wiese zwischen der Messikommer Eiche und dem Seegräbner Weiler Aretshalden verstreut sind Erdhaufen zu sehen und daneben jeweils längere und kürzere Schlitze im Erdboden. Bis Ende Woche werden es über zwei Dutzend sein, die auf der knapp 18'000 Quadratmeter grossen Parzelle ausgehoben werden.
Anders als bei einem Maulwurf üblich werden die Erdhaufen und Löcher aber nicht lange sichtbar sein. Haben die beiden Archäologen, die dort während rund zwei Wochen wirken, den Sondierschnitt untersucht, wird er vom Baggerführer wieder zugeschüttet. «Aus Sicherheitsgründen», wie Adina Wicki erklärt. Die Archäologin leitet das Projekt und sucht zusammen mit ihrem Kollegen Manuel Walser auf dem Gelände nach Spuren von Pfahlbauern.
Hohe Erwartungen
«Wir sind mit hohen Erwartungen hierher gekommen», meint Wicki. Das kommt nicht von ungefähr, ist im Umfeld der nahen Messikommer Eiche doch bereits ein mittelsteinzeitlicher Lagerplatz belegt. Zwischen 9500 und 5500 vor Christus siedelten dort Jäger und Sammler. Die dort gefundenen Hinterlassenschaften – Feuersteingeräte wie Silexspitzen, die für Pfeile genutzt wurden – sind für die Forscher besonders interessant. Einige stammen nämlich aus der Übergangszeit, als die Sammler und Jäger sesshaft wurden und sich zu Bauern entwickelten.

