Die beiden rüstigen Rentnerinnen, die kurz vor halb elf Uhr in Bäretswil vom Schulhaus Letten Richtung Parkplatz unterwegs sind, schwärmen. «Genial, gell?», sagt die eine. «Und du hast sie nicht gekannt? Auch nicht vom Fernsehen? Die trat bei Giacobbo/Müller auf. Aber das ist lange her.» Wie wahr. Zwischen 2010 und 2012 war die Willisauerin Irene Brügger als «Fröilein Da Capo» jeden Sonntagabend in der Satire-Sendung von SRF zu Gast.
Die Aula ist am Samstagabend gut gefüllt. 130 Personen zahlen die 40 Franken Eintritt – für Rentner gab’s Ermässigung. Ein Vollerfolg für die Kulturkommission Bäretswil. Zur Erinnerung: An die Gemeindeversammlung Ende letzten Jahres zählte der Berichterstatter nur 46 Einheimische. Kein Wunder: Die Teil-Revision der Richt- und Nutzungsplanung als abendfüllendes Programm ist weiter weniger unterhaltend als die Luzerner Power-Frau, die 2019 mit ihrem Ein-Frau-Orchester den «Swiss Comedy Award» gewann.
Beni Thurnheer begleitet durch den Abend
Aus den Lautsprechern wird von einer bekannten Stimme ein dreieinhalb-teiliges Programm angesagt. Die Stimme gehört TV-Legende Beni Thurnheer, der via Tonband durch den Abend führt. In roten Stilettos, schwarzem Smoking und weissem Hemd mit weisser Fliege stampft sogleich das Fröilein Da Capo auf die Schulhaus-Bühne. Sie stellt ihre Begleiter vor: E-Gitarre, akustische Gitarre, Trompete. Und das Loop-Gerät.
Loop heisst auf deutsch Schleife. Mit Loop bezeichnet die Musik eine wiederholt wiedergegebene Sequenz. «Das Loop-Gerät», erklärt Fröilein Da Capo, «hat zwar nur drei Knöpfe, aber eine 48-seitige Bedienungsanleitung. Ein komplexes Gerät, wobei am absolut komplexisten bin ich.» Für Nicht-Musik-Experten: Komplexismus ist eine Strömung in der modernen Musik.

