Ehrung für Wochenmarkt-Team
Unglücklicher Start für die Verleihung des Pfäffiker Gesellschaftspreises: Der Neujahresapéro, an dem der Preis zum ersten Mal vergeben werden sollte, musste coronabedingt abgesagt werden. Der Freude der Preisträger tut dies jedoch keinen Abbruch.
Claudia Knecht, Simone Palinkas und Dominik Gross vom Verein Wochenmarkt Pfäffikon durften am Montagabend die Ehrung in kleinem Kreis im Gemeindehaus entgegennehmen. «Hätte der Neujahresapéro stattgefunden, wären wohl auch nicht sehr viele Leute gekommen», sagt Knecht, die Präsidentin des Vereines.
Der Pfäffiker Gesellschaftspreis
Im Herbst hatte die Sozialbehörde Pfäffikon den Gesellschaftspreis ins Leben gerufen, um Personen und Gruppen zu würdigen, die sich für die Gesellschaft vorbildlich engagieren. Das Verfahren zur Vergabe des Preises wurde so festgelegt, dass die Sozialbehörde eine laufende Liste mit Personen und Gruppen führt, die für den Preis in Erwägung gezogen werden. Sie nimmt hierfür auch Hinweise aus der Bevölkerung entgegen. Im vierten Quartal nimmt sie auf Basis dieser Liste die Wahl vor. Im Bedarfsfall wird sie die Bevölkerung aktiv dazu aufrufen, Vorschläge einzureichen. Das Preisgeld beträgt 1500 Franken für eine Person oder 2500 Franken für eine Gruppe oder Institution.
Als sie im Herbst vom neuen Gesellschaftspreis hörte, habe sie sich zwar schon gefragt, ob ihr Verein wohl auch ein Kandidat wäre. «Aber dass wir dann gleich die ersten Preisträger sind, ist eine schöne Überraschung.» Der Verein erhält nun eine Urkunde sowie 2500 Franken zur freien Verwendung.
«Der Verein Wochenmarkt hat Pfäffikon gezeigt, was Gesellschaft, was Gemeinschaft ausmacht.»
Lukas Weiss (Grüne), Sozialvorstand
Für die Sozialbehörde sei von Anfang an klar gewesen, dass der Verein Wochenmarkt den Gesellschaftspreis als erster bekommen soll, so Sozialvorstand Lukas Weiss (Grüne) in seiner Ansprache. «Er hat Pfäffikon gezeigt, was Gesellschaft, was Gemeinschaft ausmacht.»
Das Urteil der Bevölkerung über die im Jahr 2019 erneuerte Seestrasse – wo der Wochenmarkt jeweils stattfindet – sei abgesehen von einigem Bedauern über den Verlust des Baumbestands einhellig positiv gewesen. «Doch es waren die Initiantinnen und Initianten des Vereins Wochenmarkt, die mitten im Lockdown erstmals den Wochenmarkt durchführten, und damit den Bau zu einem Ort der Begegnung machten.»
Dass aus dem Markt sogleich ein beliebter Treffpunkt entstanden ist, zeige «den Bedarf für solche gesellschaftlichen Kristallisationspunkte sowie die Bereitschaft der Gewerbetreibenden und der Bevölkerung, sich darauf einzulassen».
Offen für alle
Diese Erfahrung machte auch Claudia Knecht: «Gerade weil wir beim Start des Wochenmarktes im Mai 2020 noch im Lockdown steckten, entwickelte er sich so schnell zu einem sozialen Treffpunkt.» Die frische Luft und die Möglichkeit, die Abstandsvorschriften einzuhalten, hätten zahlreiche Besucher an den Markt gelockt.
Es gebe viele Personen und Vereine in Pfäffikon, die den Preis verdient hätten, sagt Knecht. «Unser Engagement ist aktuell und trifft den Nerv der Zeit wohl gerade am besten.» Zudem sei der Markt – etwa im Gegensatz zu manchen Vereinen – für alle Bevölkerungsgruppen offen.
Dass sich der Preis nach dem Zeitgeist richtet, ist denn auch die Vorstellung der Sozialbehörde. «Manches, was wir heute für würdigenswert erachten, ist es vielleicht in einigen Jahren nicht mehr, und umgekehrt», sagt Lukas Weiss.
Das Signet des Gesellschaftspreises – eine Löwin, die eine goldene Kugel, sinnbildlich für etwas Wertvolles, in ihren Tatzen hält – ist an das Gemeindewappen angelehnt. «Sie beschützt das, was uns wichtig sein soll. Die Gemeinschaft im modernen Dorf», so der Sozialvorstand.
Motivationsspritze für Freiwilligenarbeit
Wofür der Verein Wochenmarkt das Preisgeld einsetzt, ist laut Claudia Knecht noch offen. «Das werden wir wohl an der nächsten Mitgliederversammlung besprechen.»
Dass die Gemeinde überhaupt einen solchen Preis geschaffen hat, schätzt sie sehr – und hofft, dass dadurch noch weitere Personen zu Freiwilligenarbeit motiviert werden oder den Mut fassen, etwas Neues anzupacken. «Meine Arbeit beim Aufbau und Betrieb des Wochenmarktes hat mir gezeigt, dass man etwas bewirken kann, wenn man wirklich will.»
Die Saison 2022 des Pfäffiker Wochenmarkts startet am 12. März.
