Etwas ganz besonderes liess sich der Winter im Zusammenspiel mit Väterchen Frost für diesen Hof einfallen. Er baute eine Schranke, einen eisigen Vorhang, sperrte den Durchgang zur – wie man am Himmel erkennen kann – wetterfreundlichen Seite brutal ab.
Das Territorium ist abgegrenzt, niemand darf es verlassen, die Kälte herrscht mit eiserner Hand, man ist zum Bibbern verdammt. Soll man verzweifeln, sich heulend ins Selbstmitleid stürzen und vor lauter Eis keine Hoffnung mehr sehen?
Jetzt hilft die Erfahrung, das Ältersein. Denn die Lebenspraxis verrät, dass sich jede Situation – sei sie erfreulich oder bedrohend – verändert.
«Panta rhei», wie schon Heraklit – der Philosoph von Ephesos lebte etwa um 520 bis 460 vor Christus – wusste, alles fliesst. Das bedeutet, dass auch diese eisige Grenze eines Tages fällt, der Weg zur Wärme wieder frei ist. Diese Erkenntnis ist tröstlich, sie verleiht dem Durchhaltewillen Kraft.
Gerade jetzt, zu Beginn eines neuen Jahres; gerade jetzt, wo uns die Unaussprechliche schon im zweiten Jahr einschränkt; gerade jetzt ist es erleichternd zu wissen, dass alles sich verändert, dass alles einmal vorbei ist.

