Angela Jetter, als Betreiberin eines Vikariatsnetzwerks dürften Sie die neu erlaubten Notfall-Vikariate im Kanton Zürich begrüssen.
Angela Jetter: Ganz klar. In den Nachbarskantonen Thurgau und Aargau dürfen die Schulen solche Vikariate schon länger vergeben werden. Ich habe in meinem Netzwerk unter anderem Lehrpersonen aus Steiner-Schulen, dem Ausland und Studienunterbrecher. Die haben zwar noch nicht das entsprechende Diplom, können den Job aber problemlos übernehmen.
In den Schulgemeinden spürt man Vorbehalte. Tendenziell möchte man Engpässe lieber mit vertrauten Gesichtern und internen Lösungen überbrücken. Können Sie das nachvollziehen?
Grundsätzlich schon. Ich denke aber, dass diese Notfall-Vikariate in der Öffentlichkeit etwas vereinfacht dargestellt werden. Das Volksschulamt hat ganz klare Definitionen vorgegeben, es kann nicht einfach jeder unterrichten. So wird etwa fälschlicherweise angenommen, dass eine Klassenassistenz plötzlich eine reguläre Klasse übernehmen kann. Tatsächlich steht dies aber nur langjährigen und erfolgreichen Klassenassistenzen offen.

