Sich tagtäglich mit Fragen zum freiwilligen Sterben auseinanderzusetzen – zehrt das nicht an der Substanz? Knapp siebeneinhalb Jahre lang war Jürg Wiler in der Kommunikation bei der Sterbehilfeorganisation Exit Deutsche Schweiz tätig. Er sagt: «Für mich waren das sehr intensive und sinnstiftende Arbeitsjahre.»
Davon war Wiler während drei Jahren Vizepräsident von Exit. Im kommenden Frühling tritt der 60-jährige Ustermer zurück. «Nun freue ich mich, das enge Zeitkorsett abzulegen.» Dies sei Bestandteil der Arbeit bei Exit gewesen.
Wiler galt aber nicht nur als der Mann am Hörer. Gleichzeitig fungierte er als Chefredaktor des Mitgliedermagazins, lancierte Imagekampagnen und hielt Referate. Und trotzdem: Nebenbei war er sieben Tage pro Woche erreichbar für Anfragen.
Belastende Anrufe
Seine Handynummer war öffentlich prominent zugänglich. «So wurde ich teilweise zur Ansprechperson für Sterbewillige oder für Angehörige. Manchmal drängten sie mich verzweifelt am Telefon, den Freitod sofort einzuleiten. Das konnte belastend sein», erzählt Wiler.

