Bubiker Ländlerkönig erhält «Goldenen Violinschlüssel»
Alljährlich verleiht der Verein «Goldener Violinschlüssel» den gleichnamigen Preis an eine ausgewählte Persönlichkeit. Laut des Vereins sei dies jeweils eine Person, «welche sich um die klingende Folklore unseres Landes in besonderer Weise verdient gemacht hat». Hohe Ansprüche also, die zu erfüllen sind.
In diesem Jahr fand die Verleihungsfeier am Samstag, dem 23.10.2021 im Geissbergsaal in Wolfhausen-Bubikon statt. Dem Gewinner konnte der Award gleich in gewohnter Umgebung übergeben werden: Johannes Schmid-Kunz ist Bubiker. Er ist aber noch viel mehr als das, er ist ist Ländlerkönig, Volkskulturförderer, Multiinstrumentalist, Geschäftsleiter der Schweizerischen Trachtenvereinigung und Volkstanzleiter.
Redner und Musiker wechselten sich ab
Der Festakt dauerte von 15.00 -16.30 Uhr. Der Verein glänzte mit einem getakteten Ablauf. Moderatorin Fränzi Haller führte durch die verschiedenen Programmpunkte, musikalische Einlagen wechselten sich mit den Reden der Geladenen ab: Unter anderem wandte sich auch der Zürcher Regierungsrat Mario Fehr mit einem Grusswort an die Gäste.
Musikalisch kam das Fest nicht zu kurz. Nach den Auftritten der Künstler und auch des Gewinners selbst, sprach Johannes Schmid-Kunz seine Dankesrede. Die Verleihung schloss mit einem «Schottisch Potpourri» von der Tanzkapelle Ueli Mooser. Anschliessend wurde noch zu einem Festbankett geladen.
Johannes Schmid-Kunz stammt aus einer Musiker- und Volkstanzfamilie. Bereits als Kind spielte er Violine in der Familienkapelle Adliswiler Stubemusig. Während seiner Gymnasialzeit absolvierte er am Konservatorium ein Vor Studium auf der Blockflöte. Neben seinen zwei Hauptinstrumenten Violine und Flöte spielt er auch Kontrabass und Hackbrett. Als Volksmusiker gehört er zu den Ländlerkönigen der Schweiz. Bekannt wurde er ebenso als Geigenspieler der Hanneli-Musig und des Quartetts Laseyer. Nach der Matura studierte Johannes Schmid-Kunz Geschichte, Publizistik und Musik-Wissenschaft an der Universität Zürich. Seine Lizentiatsarbeit schrieb er über Volksmusik im Fernsehen. 1999 machte er ein Nachdiplom Studium an der Fachhochschule Winterthur in Kulturmanagement, das er 2001 mit einer Diplomarbeit zum Thema Fundraising abschloss. Bereits während seines Studiums arbeitete Johannes Schmid-Kunz ehrenamtlich für die Schweizerische Trachtenvereinigung. 1994 wurde er Redaktor der Verbandszeitschrift «Tracht und Brauch». 1997 gründete er sein eigenes Büro für Kulturmanagement, die AAA-Agentur, die als Drehscheibe für Fachfragen und Projekte auf dem vielfältigen Gebiet der Schweizer Volkskultur bekannt ist. Verschiedene seiner Mandate befassen sich sowohl mit dem organisatorischen wie auch mit dem künstlerischen Umgang mit Volkskultur. Johannes Schmid-Kunz ist immer wieder auch für Grossanlässe tätig, so als Verantwortlicher für Volksmusik und Volkstanz an der EXPO. 02 oder als Produktionsleiter der Musikfestivals Stubete am See in Zürich, Unspunnenfest in Interlaken, Volkskultur an der Olma in St. Gallen und Alpentöne in Altdorf. Er ist Stiftungsrat der Pro Helvetia und Mitglied der Fondkommission von Jugend und Musik. Daneben ist er als Kursleiter für Volkstanz, Trachtenspezialist (Buchautor), Volksmusiker, Reise-Organisator und Vortragsreisender zu volkskulturellen Themen im In- und Ausland tätig.
(jeh)

