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Diese Dürntner Strassensperrung wird zur Geduldsprobe

Seit Donnerstag ist die Pilgerstegstrasse zwischen Oberdürnten und der Walderstasse für den Durchgangsverkehr wegen des Baus eines Velowegs ein Jahr lang vollständig gesperrt. Das betrifft nicht nur die Pendler aus dem Tösstal, sondern auch die Anwohner im Zentrum von Rüti.

Die grossräumige Umleitung der Pilgerstegstrasse kommt bei Autolenkern nicht gut an.

Symbolbild: pixabay

Diese Dürntner Strassensperrung wird zur Geduldsprobe

Das Tösstal ist nicht als sonderlich dicht besiedeltes Gebiet bekannt. Dennoch gibt es inzwischen auch in den Gemeinden Wald und Fischenthal jede Menge Menschen, die Morgen für Morgen mit ihrem Auto zur Arbeit in urbanere Regionen pendeln. Ihr Weg dorthin führt sie in der Regel von der Walder-, über die Pilgersteg- und Oberdürntnerstrasse auf die Autobahn. Zumindest bis gestern.

Mit dem Beginn der zweiten Etappe des Baus eines Velowegs zwischen Dürnten und dem Kreisel zur Walderstrasse ist nämlich die Pilgerstegstrasse per 14. Oktober für den Durchgangsverkehr in beiden Richtung gesperrt worden – und das für nicht weniger als ein ganzes Jahr. Der Verkehr in und aus dem Tösstal wird derweilen über das Zentrum von Rüti umgeleitet. Eine Zone, in der es zu Stosszeiten bereits zuvor zuverlässig zu Staus gekommen ist. Die Situation dürfte also nicht nur die Pendler, sondern vor allem auch die dortigen Anwohner beschäftigen.

6700 Fahrten betroffen

Wie gross die Mehrbelastung sein wird, ist aktuell schwierig einzuschätzen. Die Zahlen, die Thomas Maag, Mediensprecher des Tiefbauamtes des Kantons Zürich, nennt, lassen aber zumindest die Dimensionen erahnen: Rund 6700 Fahrzeuge passieren im Durchschnitt täglich die Pilgerstegstrasse, 10‘700 sind es auf der Walderstrasse. Obschon man davon ausgehen könne, das nicht alle 6‘700 über Rüti ausweichen werden, sei man sich bewusst: « Es wird Mehrverkehr geben. »

Noch mehr als der blanke Mehrverkehr dürfte freilich die lange Dauer der Vollsperrung das Problem akzentuieren. Es drängt sich die Frage auf, ob es nicht möglich wäre, den Verkehr mittels Lichtsignalanlage wenigstens einspurig durch die Baustelle laufen zu lassen. Mediensprecher Maag verneint und klärt auf: « Damit auf der Pilgerstegstrasse bergaufwärts ein 1,8 Meter breiter Velostreifen markiert werden kann, muss die Strasse entsprechend verbreitert werden. Dafür braucht es Stützmauern von insgesamt rund 400 Metern Länge im steilen unteren Bereich des Pilgerstegs. Für deren Erstellung muss rund die Hälfte der Strasse abgebrochen werden, die andere Hälfte brauchen die Baumaschinen. »

Die Umleitung führt mitten durchs Zentrum von Rüti.

Für dieses Vorhaben, so Maag, müsse man mit 10 Monaten rechnen, wobei parallel dazu im oberen Bereich noch der von der Strasse abgetrennte Veloweg realisiert werde. Die verbleibenden zwei Monate seien zur Reserve eingerechnet. Eine Beschleunigung des Prozesses über eine Umstellung vom geplanten Einschichtbetrieb mit täglich 8 bis 9 Stunden auf einen Zweischichtenbetrieb mit 16 Stunden sei bei einer Strasse mit dieser Verkehrsbelastung aus finanziellen Gründen nicht verhältnismässig.

« Falls sich ein Verkehrskollaps anbahnen würde, müssten wir mit dem Kanton zusammensitzen und Lösungen suchen. »

Peter Luginbühl (FDP), Gemeindepräsident Rüti

« Ein Jahr ist lang, das wird schon eine Geduldsprobe werden » , sagt indessen Rütis Gemeindepräsident Peter Luginbühl (FDP). Grundsätzlich müsse man diese Pille « knurrend » schlucken – « das müssen andere Gemeinden in solchen Fällen auch » . Er habe im Vorfeld keine kritischen oder besorgten Stimmen aus der Bevölkerung gehört, man werde die Situation allerdings genau beobachten. « Falls sich ein Verkehrskollaps anbahnen würde, müssten wir mit dem Kanton zusammensitzen und Lösungen suchen. »

Auch Verkehrsteilnehmer in der Pflicht

Das Vorhaben an sich stellt Luginbühl nicht in Frage. Der Veloweg, dessen erste Etappe auf der Oberdürntnerstrasse zwischen Mai und Oktober bereits realisiert worden ist, sei für die Sicherheit der Velofahrer ebenso relevant wie für die Autofahrer die Sanierung der einzelnen Abschnitte der Kantonsstrasse. Dass an der Situation aktuell niemand Freude habe, liege auf der Hand. Gleichzeitig sieht er aber auch die Verkehrsteilnehmer in der Pflicht. « Es ist eine gute Gelegenheit, sich die Frage zu stellen, ob eine Autofahrt nötig oder nur bequem ist. Vielleicht findet auch der eine oder andere eine Alternative, etwa im öffentlichen Verkehr. »

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