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Der Werkhof meldet sich zum Dienst

Nach dem Westtangenten-Dämpfer darf man sich in Wetzikon wieder über gute Nachrichten freuen: Der 18 Millionen Franken teure Werkhof ist fertig gebaut.

Ein Gebäude für die Zukunft: Der neue Werkhof der Stadt Wetzikon., Die grosse Halle der Unterhaltsdienste., Die Halle der Stadtwerke., Die Lagerhalle der Unterhaltsdienste liegt im 1. Stock., Der Empfang der Stadtwerke im 2. Stock., Ganz zeitgemäss: Die offene Bürofläche der Stadtwerke., Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Halle der Stadtwerke.

Matthias Müller

Der Werkhof meldet sich zum Dienst

Na also, es geht doch: Gestern Donnerstag hat der Finanz- und Immobilienvorsteher Heinrich Vettiger (SVP) seinem Stadtratskollegen vom Tiefbau- und Energieressort Pascal Bassu (SP) offiziell den Schlüssel zum neuen Werkhof der Stadt Wetzikon übergeben.

Der Bau des fast 18 Millionen Franken teuren Grossprojekts hat knapp zwei Jahre gedauert. Ab dem kommenden Frühling sollen darin die Stadtwerke und der Unterhaltsdienste der Stadt Wetzikon beheimatet sein.

« Es ist wirklich zügig gegangen » , sagt ein zufriedener Henry Vettiger vor einer ausgewählten Menge von Mitgliedern des Steuerungsausschusses und der Bauleitung. Bis auf eine Einsprache habe es kaum Probleme gegeben.

Schlüsselempfänger Pascal Bassu wirkt fast schon etwas erleichtert: « Der Zustand des alten Werkhofs ist himmeltraurig. Es ist eng geworden und an gewissen Stellen regnet es sogar durchs Dach. »

Eine Sanierung und ein Ausbau wären unumgänglich geworden. Dass man nun mit den Stadtwerken und den Unterhaltsdiensten hier einziehen könne, sei ein Segen. Denn: « Vorausschauend, davon bin ich überzeugt, wird dieser Bau für den Steuerzahler günstiger werden, da wir nun auf Jahrzehnte hinaus den Service Public sicherstellen können. »

6000 Quadratmeter Fläche

Tatsächlich ist das Gebäude nach den neuesten Standards und damit für die Zukunft gebaut worden. Die geschwärzte Holzfassade – eine Referenz an das Areal, an dem einst aus Steinkohle Gas gewonnen wurde – mag Geschmacksache sein, der Minergie-Eco-Standard und die Funktionalität sind es heutzutage zweifelsohne nicht mehr.

Den insgesamt 53 Personen, die hier künftig arbeiten werden, wird es kaum an etwas fehlen. Die Bedürfnisse der Stadtwerke und der Unterhaltsdienste wurden aufgefangen und aufeinander abgestimmt.

Betritt man das länglichen Gebäude durch den Haupteingang an der südlichen Seite, so sind auf rund 2300 Quadratmeter zur Linken die Stadtwerke und zur Rechten die Unterhaltsdienste angesiedelt. Die beiden Bereiche liegen Rücken an Rücken, beide haben ihre eigenen Flanken um auszurücken.

Einen Stock darüber finden sich 900 Quadratmeter Lagerräumlichkeiten für die Unterhaltsdienste, noch einmal ein Stockwerk höher, ebenfalls auf 900 Quadratmeter, die Büroräumlichkeiten der Stadtwerke. Diese sind, ganz dem Zeitgeist entsprechend, offen gestaltet.

Im Untergeschoss finden sich auf gut 1900 Quadratmeter schliesslich Garderoben, Lagerräume für die Stadtwerke, ein Pikettraum und Personalparkplätze.

Und schon bald folgt die ARA

Noch ist die eigentliche Eröffnung aber noch einige Wochen hin. « Bis Ende Februar, so hoffen wir, werden wir fertig umgezogen sein und den Betrieb hier richtig fortfahren » , erklärt Tiefbau- und Energievorsteher Bassu.

Das ist auch insofern wichtig, als dass der alte Werkhof zurückgebaut werden kann und danach auf dem entsprechenden Areal mit dem nächsten drängenden Projekt, dem Ausbau der ARA, begonnen werden kann.

In jener Zeit wird Stadtrat Pascal Bassu freilich politisch noch an einer anderen Front gefordert sein. Am Mittwoch hat die SP bekannt gegeben, dass sie den 51-Jährigen ins Rennen ums Stadtpräsidium schicken wird.

Dass ihm dort neben FDP-Gemeinderätin Sandra Elliscasis-Fasani ausgerechnet SVP-Stadtrat Henry Vettiger gegenübersteht, der ihm eben den Schlüssel für den neuen Werkhof übergeben hat, entbehrt nicht einer gewissen Ironie.

« Noch können wir uns die Hand geben und in die Augen blicken » , sagt Bassu leicht scherzhaft, wobei ihm Heinrich Vettiger sogleich ins Wort fällt: « Ach Pascal, das können wir doch auch nachher. »

Hinter der Freude um einen neuen Werkhof, so scheint es, kann der Kampf um das Stadtpräsidentenamt ruhig noch ein wenig anstehen.

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