Mit Bike, Scooter oder Skateboard über Wellen
Endlich können die Räder fliegen! Das Sportzentrum Effretikon ist seit Samstag um eine Attraktion reicher: Ein neuer Pumptrack wurde feierlich eingeweiht – und gleich in höchster Intensität ausgetestet.
Hauptsache auf Rädern
Zahlreiche Kinder und Jugendliche, aber auch einige Erwachsene, sind bereits vor dem offiziellen Redeteil daran, mit ihren Gefährten den neu erstellten Pumptrack zu befahren. Auf Velos und Bikes, aber auch mit Scootern und Skateboards sind die Bewegungsfreudigen unterwegs – über Wellen hinweg und die Steilwandkurven ansteuernd. Die ganz Wagemutigen nutzen die physikalischen Gesetze auch, um über den Wellen abzuheben – und dann wieder möglichst kontrolliert zu landen.
Barbara Linder ist eine der Erwachsenen, die sich den Kurs zuerst anschaut. Die 33-jährige ist an diesem Tag aus Thun angereist. Sie gehört zum Team des Unternehmens namens «Flying Metal», welches von der Stadt Illnau-Effretikon den Zuschlag zum Bau der Anlage erhalten hatte.
«Ich bin bereits seit vielen Jahren auf solchen Pumptracks unterwegs. So bleibe ich auch im Alter fit», meint Linder. Ausgerüstet mit einem schützenden Helm beweist sie dann bei ihrer Erkundungstour auf der Piste, dass sie über eine gute Balance auf dem Velo verfügt. «Auch wenn man Anfänger ist, kann man sehr schnell in diesen Sport hineinfinden, dies ist keine Frage des Alters», betont sie. Auch wenn sie sich daran erinnern kann, dass zum Einstieg eine Portion Mut von Nöten sei.
Multifunktionale Anlage
Stadtrat Marco Nuzzi (FDP) liess in seiner Ansprache die Entstehungsgeschichte bis zur Vollendung der neuen Anlage Revue passieren. «Gut Ding will Weile haben», meinte er einleitend. Bedeutende Weichenstellungen seien bereits unter seinem leider verstorbenen Vorgänger, Stadtrat André Bättig, vorgenommen worden. Zuvor hätten sich junge Menschen für einen Bikepark stark gemacht. «Es galt, die Anliegen der Jugendlichen ernst zu nehmen», sagte Nuzzi. Auch der damalige Jungpolitiker und heutige SP-Nationalrat Fabian Molina habe sich für eine Freestyleanlage stark gemacht.
Die Stadt habe die Einsatzmöglichkeiten eines Pumptracks in einem ersten Schritt auf einer mobilen Anlage, die das Sportamt des Kantons Zürich zur Verfügung gestellt habe, ausgetestet. Danach sei der Realisierung eines eigenen Pumptracks nichts mehr im Wege gestanden. Finanziert wurde das Projekt vom Hans-Wegmann-Fonds und dem Kanton Zürich.
Auch der Leiter des Sportamtes des Kantons Zürich, Stefan Schötzau, würdigte die neu erstellte Anlage als perfekten Ort, um einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung nachzugehen.
In die Natur eingebettet
Nuzzi wies darauf hin, dass die Anlage bestens in die umliegende Natur eingebettet worden sei. «Ich freue mich darüber, wenn rund um die Anlage dann auch artenreiche Blumenwiesen die Kulisse weiter aufwerten», führte der Redner aus.
Der neunjährige Ensar Ismani aus Tagelswangen freut sich, mit seinem Kollegen Besam Ismaili, der in Effretikon wohnt, die Anlage zu erproben. Die beiden sind mit je einem Scooter unterwegs. «Ich bin schon die letzten paar Wochen auf dem Pumptrack gefahren», erzählt der elfjährige Besam. Die beiden würden sich wünschen, dass die Kiesflächen zwischen den Pisten noch verschwinden könnten. «Wenn du da fällst, tut es ziemlich weh», sagt Ensar.
Marcel Vollenweider