Das Restaurant Tierhag erneuert sich von innen
170 Jahre steht das Gebäude bereits, seit 109 Jahren in der gegenwärtigen Grösse. Die letzte Teilsanierung erfolgte vor 36 Jahren. Dass die Fischenthaler Alpwirtschaft Tierhag unterhalb des Schnebelhorns dringend eine Generalüberholung brauchte, liegt also nur schon dieser eindrücklichen Zahlen wegen auf der Hand. Dass diese aber nun just auch noch in den verregneten Corona-Sommer 2021 gefallen ist, ist rückblickend auch ein Glücksfall.
«Das Timing war sicher gut, nun müssen wir noch darauf hoffen, dass es nicht schon früh schneit. Sollte der Herbst also warm werden, könnten wir bereits Ende November die Tore wieder öffnen», sagt Karl Bertschinger, Präsident des Landwirtschaftlichen Vereins Pfäffikon-Hittnau-Russikon, dem die beliebte Alpwirtschaft gehört.
Einige Lieferengpässe
Dass sich Bertschinger heute verhalten zuversichtlich gibt, ist nicht selbstverständlich. Noch immer wird auf der Website angekündigt, dass es mit der Eröffnung bis ins Frühjahr 2022 dauern könnte. Unterdessen hat der Wind ein wenig gedreht. «Wir hatten einige Lieferengpässe», sagt Bertschinger. Aber: «Die Bauarbeiten kommen flüssig voran, die Handwerker machen einen guten Job.»
Tatsächlich ist das Unterfangen eine Herausforderung. Der 2,5 Millionen Franken teure Umbau an der exponierten Lage ist äusserst umfassend, vom Fundament bis zum Dach bleibt praktisch kein Stein auf dem anderen. Insbesondere im Innenbereich, wo das Stübli aufgehoben, eine neue Küche installiert und die Wohnung im Obergeschoss gänzlich neu gebaut wird, dürfte das Lokals kaum mehr wiedererkennen zu sein.
Gleichzeitig, das betont Bertschinger, habe man von Gesetzes wegen die Kapazitäten belassen müssen: «Wir haben die Raumplanung so umgestaltet, dass die Abläufe in der Wirtschaft optimiert werden können – und dies ohne einen einzigen zusätzlichen Platz mehr zu schaffen.»
Strikte Vorgaben
Im Aussenbereich mussten sich die Bauherren indessen an strikte Vorgaben halten. Da das Gebäude im Inventar schutzwürdiger Ortsbilder von überkommunaler Bedeutung steht, waren Eingriffe ins äussere Erscheinungsbild fast nicht möglich. «Die Grundmasse sind allesamt geblieben, die Farbgebung und die klaren optischen Abtrennungen zwischen der Wirtschaft, dem Stall und dem Gebäude ebenso.»
Klar ist auch, dass das bisherige Pächterpaar Walker die Wirtschaft weiterführen wird. Die beiden sind auch in diesem Sommer im Tierhag geblieben: Während sich Hubert Walker ganz regulär um die ihm anvertrauten rund 120 Rinder auf der Alp kümmerte, bewirtete seine Frau Anita Walker die Gäste mit einem reduzierten Angebote bei der Remise des Stalls.
23 Jahre leben die Walkers schon im Tierhag, sie gehören also längst zum Inventar dieser Alp. Mit dem Umbau wird gerade die Basis dafür geschaffen, dass das noch lange so bleiben kann.
