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Grünes Licht für Elektrifizierung des Greifensee-Schiffs

Das nötige Geld ist gesichert: Deshalb gibt der Verwaltungrat der Schiffahrts-Genossenschaft Greifensee (SGG) grünes Licht für die Umrüstung des Linienschiffs Heimat von Diesel- auf Elektroantrieb.

Das MS Heimat soll ab nächstem Mai geräuschlos über den Greifensee gleiten., Das Kursschiff mit Jahrgang 1933 wird auf Elektroantrieb umgerüstet.

Christian Brändli

Grünes Licht für Elektrifizierung des Greifensee-Schiffs

Ab Mai nächsten Jahres dürfte das kleine Kursschiff Heimat lautlos bis zu zwölfmal pro Tag zwischen Maur und Niederuster über den Greifensee gleiten. In seinem Bauch wird es dann statt eines Dieselmotors einen Elektroantrieb tragen. Dieser wird seinen Saft aus drei Batterien ziehen. Die Batteriegrösse bedingt ein Nachladen im Verlaufe des Tages zwischen den Kursen.

Die Umrüstung des Motorschiffs mit Jahrgang 1933 soll ab kommendem Februar in der Werft in Maur erfolgen. « Sollten die Lieferfristen für Batterien oder andere elektronische Instrumente sich unerwartet vor der Umrüstung verlängern, würden wir die Umrüstung auf den Winter 2022/2023 verschieben, damit im Sommer immer drei Schiffe im Einsatz stehen können » , erklärt Allen Fuchs, der das unter seiner Führung lancierte SGG-Projekt inklusive Beschaffung der Finanzierung leitet, den Plan B.

Bund und Kanton machen mit

Jetzt aber freut er sich, dass der Plan A – die Umrüstung der « Heimat » – aufgegangen ist. In seiner jüngsten Sitzung hat der Verwaltungsrat der SGG grünes Licht für die Umrüstung des Schiffes gegeben. Die Neumotorisierung wird die Luzerner Firma Shiptec AG vornehmen. « Aufgrund unserer Ausschreibung kooperiert Shiptec AG mit der Firma ZEM aus Norwegen, welche in den letzten Jahren eine stattliche Zahl von Schiffen auf Elektroantrieb umgerüstet hat, ergänzt Fuchs.

Mit voller Kraft am Seil

15.06.2020

Stresstest auf dem Greifensee für die «Heimat»

Wie viel Kraft steckt in der «Heimat»? Beitrag in Merkliste speichern Voraussetzung für diesen Entscheid des Verwaltungsrates war, dass auch Bund und Kanton sich an der 770‘000 Franken teuren Elektrifizierung beteiligen. Und das ist in den letzten Tagen geschehen. Ende Juli hat das Bundesamt für Verkehr eine Kostenbeteiligung von maximal 240‘000 Franken zugesichert. Am 1. September sprach auch der Zürcher Regierungsrat 345‘000 Franken aus dem Lotteriefonds.

30’000 Franken fehlen noch

Schon vor Längerem haben die Städte Uster und Dübendorf sowie die Gemeinden Maur, Greifensee, Volketswil, Fällanden, Mönchaltorf, Schwerzenbach und Wangen-Brüttisellen rund 100’000 Franken zugesichert. Zudem spenden verschiedene Unternehmen aus der Region sowie Privatpersonen. Und schliesslich steuert die SGG selbst rund zehn Prozent der Gesamtprojektsumme an Eigenleistung bei.

Unter dem Strich fehlen laut Fuchs aber noch rund 30‘000 Franken. Er ist zuversichtlich, dass sich dieses Geld noch sammeln lässt: « Interessierte Privatpersonen und Firmen sind auch weiterhin eingeladen, mit einer Spende das nachhaltige Projekt zu unterstützen. Es ist die Gelegenheit gemeinsam in eine grünere MS Heimat und somit in einen neuen Standard im öffentlichen Verkehr zu investieren » , meint der Projektleiter. Weitere Informationen und das Spendenformular hat der frühere SGG-Verwaltungsratspräsident auf www.sgg-greifensee.ch/heimat aufschalten lassen.  

Zehn Tonnen CO2 weniger

Mit der Umstellung auf vollständigen Elektroantrieb reduziert die SGG den Ausstoss von CO2 um rund 10 Tonnen pro Jahr. Die Genossenschaft will mit dem ersten auf Vollelektroantrieb umgebauten Kursschiff in der Deutschschweiz eine umweltfreundliche und nachhaltige Transportmöglichkeit schaffen. Dies sei besonders wichtig, weil das Schiff nahe zum Naturschutzgebiet Greifensee operiere. Und Fuchs ist auch wichtig, dass das äussere Erscheinungsbild der « Heimat » als historisch relevanter Zeitzeuge der Motorisierung erhalten bleibe.

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