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So wollen die Schulen das Virus aussperren

Am 23. August beginnt im Kanton Zürich das neue Schuljahr. Wie im Vorjahr wird dieser grosse Tag aber von der Corona-Pandemie überschattet. Welche Massnahmen ergreifen die Schulen? Eine Rundschau in der Region.

Ein Bild, das es am ersten Schultag dieses Jahres nicht geben wird: Eltern und Lehrpersonen ohne Maske.

Foto: Mano Reichling

So wollen die Schulen das Virus aussperren

Die steigenden Fallzahlen haben es erahnen lassen: Bezüglich Corona im Schulbetrieb, gilt für das neue Schuljahr das Motto « Nach den Sommerferien ist vor den Sommerferien » . Die Bildungsdirektion hat die Schulen aufgefordert, an ihren individuellen Schutzkonzepten festzuhalten. Weiter empfiehlt sie das Maskentragen für alle erwachsenen Personen und für Kinder ab der 4. Klasse. Das repetitive Testen empfiehlt sie sogar « dringend » .

Das wiederum hat direkte Auswirkungen auf einen der wichtigsten Tage im Leben von rund 6100 Oberländer Kinder, die am Montag ihren ersten Kindergarten-, respektive Schultag begehen werden. Dabei macht es freilich auch einen Unterschied, in welchem Ort sie eingeschult werden.

Illnau-Effretikon: Begrüssung vor dem Schulhaus
In der grössten Stadt des Bezirks Pfäffikon wird man sich wieder an den Vorgaben vom letzten Sommer orientieren. « Wir müssen die Durchmischung verhindern » , sagt Stadträtin und Bildungsvorsteherin Erika Klossner (FDP).

Die Eltern dürfen die neuen Jungen und Mädchen bis zum Eingang bringen und sich von ihnen verabschieden, wo sie sogleich von den Lehrpersonen empfangen und ins Schulzimmer geführt werden.

Der einschneidenden Massnahme kann Klossner durchaus Gutes abgewinnen. Sie sagt: « Wir haben vor einem Jahr gute Erfahrungen damit gemacht. » Es habe sich gezeigt, dass der Trennungsschmerz für die Kinder kleiner sei, wenn sie die Eltern verlassen können – und nicht umgekehrt.

«Wir müssen die Durchmischung verhindern.»
Erika Klossner (FDP), Bildungsvorsteherin

Weiter habe man gegenüber dem Vorjahr den Vorteil, dass man dieses Mal noch vor den Sommerferien den sogenannten « Wellentag » durchführen konnte. In diesem Rahmen konnten die Kinder schon vorab ihre neue Umgebung und ihren neuen Lehrpersonen kennenlernen. Das hemme Ängste.

Was das repetitive Testen angeht, will man der « dringenden » Empfehlung der Bildungsdirektion folgen und sich dafür anmelden – auch um von den damit verbundenen erleichterten Quarantänemassnahmen zu profitieren. In einem positiven Fall muss dann nämlich nur das einzelne Kind in Quarantäne. Klossner sagt: « Es ist unser oberstes Ziel, den Schulbetrieb so gut und umfassend wie nur möglich aufrechterhalten zu können. »

Uster: Kein repetitives Testen
Anders handhabt man die Situation in der Stadt Uster. Simpel formuliert, will man dort die Vorgaben vorgeben und die Empfehlungen empfehlen. « Wir halten an unseren bestehenden Konzepten und Weisungen fest und werden keine zusätzlichen Auflagen machen » , erklärt Stadträtin Patricia Bernet (SP).

Die Präsidentin der Primarschulpflege sagt, dass man wie vor den Schulferien auf das Contact Tracing und spezifische Ausbruchtests setzen, auf das von der Bildungsdirektion « dringend empfohlene » repetitive Testen aber verzichten werde.

« Aufwand und Ertrag stehen in keinem guten und sinnvollen Verhältnis und es werden Ressourcen gebunden zulasten anderer wesentlicher Aufgaben. Aber vor allem hatten wir sehr wenige Fälle – bei Schülerinnen und Schülern wie auch Mitarbeitenden. Die Schutzkonzepte werden angewandt und funktionieren », begründet Bernet den Verzicht.

Das Maskentragen sei jedem Schüler gestattet und werde für Kinder ab der 4. Klasse und Lehrpersonen empfohlen, nicht aber vorgeschrieben. « Wenn eine Lehrperson den Sicherheitsabstand einhält, kann sie die Maske abnehmen » , sagt Bernet.

«Wenn ein Lehrperson den Sicherheitsabstand einhält, kann sie die Maske abnehmen.»
Patricia Bernet (SP), Präsidentin der Primarschulpflege

Im Gegensatz zu Illnau-Effretikon dürfen am Montag in Uster die neuen Kindergärtner und Erstklässler von Eltern ins Schulzimmer begleitet werden. Allerdings gibt es Auflagen: So darf nur ein Elternteil mitkommen, der zwingend eine Maske tragen muss.

Ausserdem werden je nach Schule und verfügbarem Platz im Klassenzimmer die Kinder und ihre Begleiter gestaffelt eingelassen. « Wir achten genau darauf, dass die Vorgaben in unserem Schutzkonzept und die maximale Anzahl Personen in einem Raum eingehalten werden. »

Bäretswil: Nur ein Elternteil darf rein
In der Gemeinde am Allmen wird man ähnlich verfahren wie in Uster. Auch hier hat man sich entschieden, am ersten Schultag einen Elternteil pro neuem Kindergärtner und Erstklässler ins Zimmer kommen zu lassen. Das Maskentragen ist für diesen sowohl auf dem ganzen Schulareal als auch im Klassenzimmer obligatorisch. Eine Auflage, die übrigens bis auf Weiteres auch an Elternabenden oder Veranstaltungen gelten wird.

Weiter werden die Hygienemassnahmen und die bewährten Schutzkonzepte mit regelmässigem Lüften und Desinfizieren aufrechterhalten.  « Wir werden die neuen Schülerinnen und Schüler in diese Praktiken einführen und haben die Lehrkräfte extra nochmals darauf sensibilisiert » , sagt Raphael Brun, Leiter der Schulverwaltung.

«Solange es bei einer Empfehlung bleibt, werden wir uns für das repetitive Testen nicht anmelden.»
Theo Meier, Präsident der Schulpflege

Auf das repetitive Testen wird in Bäretswil verzichtet. « Wir hatten schon im letzten Frühjahr viele Rückmeldungen von Eltern, die ankündigten, dass sie da nicht mitmachen würden » , sagt der parteilose Gemeinderat Theo Meier, der die Schulpflege präsidiert. Aus deren Sicht mache das Ganze aber nur Sinn, wenn alle mit im Boot seien. « Solange es bei einer Empfehlung bleibt, werden wir uns für dieses Angebot also nicht anmelden. »

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