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Der Bezirk Hinwil ist das Impf-Schlusslicht

Die Oberländer fallen bei den Corona-Impfungen immer weiter ab. Im Bezirk Hinwil hat erst 50 Prozent der Bevölkerung eine erste Spritze erhalten. Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer.

Warten müssen im Impfzentrum Uster zurzeit vor allem Kurzentschlossene.

Seraina Boner

Der Bezirk Hinwil ist das Impf-Schlusslicht

In einer Woche dürfte im Kanton Zürich eine wichtige Hürde genommen werden: Dann werden 60 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Covid-Impfung erhalten haben. In den letzten Tagen ging es nur noch in kleineren Schritten vorwärts. Statt um die 2000 erhielten etwa am 2. August nur noch gut 1000 Zürcherinnen und Zürcher die erste Dosis.

Noch keine Woche ist es her, dass die Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli stolz verkünden konnte, dass sich der einstige Impf-Trödel-Kanton schweizweit zum Spitzenreiter gewandelt hatte. Kontinuierlich machte der Kanton Zürich in der Liste der Erstgeimpften Boden gut.

Grösserer Abstand zum Mittel

Erhöht hat sich die Zahl der Geimpften seit Mitte Juni auch im Oberland. In der kantonsinternen Rangliste haben sich die drei Bezirke aber nicht vorarbeiten können. Im Gegenteil: Der Bezirk Hinwil ist seither noch weiter abgefallen und bildet nun das Schlusslicht. Erst jeder zweite hat hier (Stand 3. August) den ersten Pieks erhalten. Damit ist der Abstand zum Kantonsmittel noch grösser geworden als dies im Juni der Fall war. Damals lag der Bezirk Hinwil sieben Prozentpunkte zurück. Nun hat sich diese Lücke auf zehn Prozentpunkte ausgewachsen.   

Nicht viel besser steht es um die Impfbereitschaft im Bezirk Pfäffikon. Mit 52 Prozent liegt dieser kantonsweit zusammen mit dem Bezirk Andelfingen an zweitletzter Stelle im Bezirksvergleich. Und auch hier ist der Abstand zum kantonalen Durchschnitt grösser geworden.

Selbst der Bezirk Uster hat vergleichsweise etwas Boden verloren. Mit den nun 57 Prozent Erstgeimpften hat er in der Rangliste auch einen Platz eingebüsst und liegt nun noch an vierter Stelle. Zuvorderst liegen die Stadt Zürich und dann die Bezirke Meilen und Horgen.

Jüngere sind impfkritischer

In allen Alterskategorien bis hinauf zu den 60-Jährigen nimmt der Bezirk Hinwil den letzten Platz ein. Am krassesten ist die Differenz zum kantonalen Mittel in der Alterskategorie der 30- bis 39-Jährigen: Volle 16 Prozentpunkte liegen da die Oberländer zurück.

Zwar immer noch unter dem Kantonsschnitt, aber nicht mehr auf dem letzten Platz ist der Bezirk Hinwil in den Alterskategorien 60-69, 70-79 und 80+.       

Kleinere Abstände bei den Zweitimpfungen

Der Prozentsatz der Zweitgeimpften liegt im Kanton Zürich in fast allen Alterskategorien zwischen drei bis sieben Prozentpunkte tiefer als bei den Erstgeimpften. Nur bei den 10- bis 19-Jährigen ist die Differenz noch grösser. Das liegt aber vor allem daran, dass Kinder ab zwölf Jahren überhaupt erst seit Juni geimpft werden dürfen. Im Impfzentrum Uster war dies ab dem 30. Juni möglich.   

Auch bei den Zweitimpfungen hinken die Bezirke Hinwil und Pfäffikon deutlich hintennach. Die Abweichung vom Kantonsdurchschnitt ist dort allerdings etwas weniger frappant.

Uster springt ein

Wegen der sinkenden Nachfrage hat der Kanton im Juli die Reissleine gezogen und beschlossen, mehrere Impfzentren im Kanton zu schliessen. Davon betroffen ist auch das Impfzentrum Wetzikon, das nur noch diese Woche mit bereits stark reduziertem Betrieb geöffnet ist. Seit dem 7. April, als der Betrieb aufgenommen wurde, gab es hier über 75‘000 Impfungen.

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24.06.2021

Jetzt auch 12- bis 15-Jährige zugelassen

Das Impfzentrum Uster bietet ab sofort auch Impfungen für 12- bis 15-Jährige an. Beitrag in Merkliste speichern In die Bresche springt da das Impfzentrum Uster, das seit zwei Wochen bereits Klienten des Wetziker Betriebs übernommen hat. « In Abstimmung mit dem Impfzentrum Wetzikon können wir zur Zeit immer mehr Besucher von Wetzikon empfangen, die ihre Zweitimpfung bei uns in Uster erhalten. Auch die spontanen Walk-ins aus den Bezirken Hinwil und Pfäffikon nehmen deutlich zu » , konstatiert Joel Meier, der Projektleiter des Ustermer Zentrums.

Zentrum fürs Oberland und das Glattal

Mit der Reorganisation rückt das Zentrum beim Ustermer Sportzentrum Buchholz auch zum « Impfzentrum Züriost und Glattal » auf. Während der laufenden Ferienzeit sind auch in Uster die Öffnungszeiten reduziert worden. « An den geöffneten Tagen sind wir sehr gut ausgelastet. Die Terminbuchungen kommen jedoch sehr kurzfristig » , meint Meier.

Die Spontanität bekommen die Impfspezialisten in Uster auch bei den sogenannten Walk-Ins für Kurzentschlossene zu spüren: « Das Angebot wird sehr gut genutzt, was leider vor allem früh morgens und kurz vor Feierabend immer wieder zu nicht planbaren Warteschlangen führt. Wir werden ab nächster Woche darauf reagieren, indem wir eine Viertelstunde früher öffnen. Die Kurzentschlossenen am Abend bitten wir, doch eher schon um 16 Uhr zu kommen » , erklärt der Projektleiter.

Impfen und testen an einem Ort?

Noch unklar ist, ob in Uster das Impf- und das Corona-Testzentrum zusammengelegt werden. « Wir klären zurzeit noch ab, wieweit das Sinn macht, weil das PCR- und Antikörper-Labor sicher im Spital bleiben würde » , hält Meier fest. Zudem sei das Testzentrum im Spital Uster bei der Bevölkerung bekannt und beliebt.

Und dann setzt Joel Meier darauf, dass sich die Schweizer, die im europäischen Vergleich eher zu den Impfmuffeln gehören, einen Schupf geben und auch freiwillig den Schutzgrad gegen das Virus erhöhen: « Eigentlich hoffen wir noch immer, dass das Impfzentrum Uster so gut ausgelastet bleibt, dass wir gar keine Ressourcen fürs Testen haben und das Testzentrum mit der steigenden Impfquote schon möglichst bald gar nicht mehr benötigt wird. »

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