Diese Archäologen schwimmen auf der Retro-Welle. Wobei « schwimmen » und « Welle » hier sogar wörtlich genommen werden kann, sind sie doch in Einbäumen auf dem Greifensee unterwegs. Für das «Retro» haben sie einen grossen Zeitsprung gemacht. Die Vorbilder für ihre Boote sind 3000 bis 5000 Jahre alt und stammen von Pfahlbauern am Bieler-, respektive Neuenburgersee.
Wasser im Boot
Nach zweiwöchiger Bauzeit in der Naturstation Silberweide sind die drei Boote am Mittwoch mit einem Lastwagen zur Schifflände Maur transportiert worden. Bevor sie verladen werden konnten, mussten sie allerdings erst geleert werden. Die Regenmassen der letzten Tage hatten die Gefährte gefüllt.
« So haben sie immerhin schon auf dem Trockenen bewiesen, dass sie dicht sind » , meinte der Archäologe Christian Harb, der das kantonale Projekt «Die Pfahlbauer*in» und damit die Aktivitäten zum Pfahlbaujubiläum leitet. Er war bereits als Koordinator tätig, als vor zehn Jahren die Pfahlbauten zum Unesco-Weltkulturerbe erhoben wurden, wie in seinem Blog zu erfahren ist.
Am Mittwoch verlegte Harb seinen Arbeitsplatz für einmal vom Pult in den Greifensee und seine Arbeitskleidung bestand aus einer Badehose. Vom Wasser aus lenkte er die per Kran heranschwebenden je 300 bis 400 Kilo schweren Boote. Einmal eingewassert, lagen die drei Einbäume ruhig im Wasser. Noch.

