« Ihr habt es bis jetzt sehr gut gemacht, vielleicht geht es noch ein bisschen schneller » , wendet sich Mirjam Sackmann an die 24 Mittel- und Oberstufenschülerinnen und Schüler. Erstmals wird mit Kostümen und Headsets geprobt, kleine und grosse Komparsen zupfen an ihren Gewändern und setzen ihre Mikrofone auf.
« Wenn wir die erste Szene spielen, müssen alle von der zweiten Szene schon bereit sein, das ist ganz wichtig » , betont Sackmann, « und bitte kein Geläuf und Geschwätz » . Mirjam Sackmann arbeitet seit vier Jahren als Lehrerin und Heilpädagogin an der Schule Grüningen und leitet das Freifach Theater. Sich selber bezeichnet sie als Theater-Begeisterte und hat schon mehrmals Stücke geschrieben und inszeniert. Jetzt tragen die kleinen und grösseren Schauspieler Requisiten auf die Bühne und grosse Bühnenbilder werden platziert, der Gong erklingt und das Stück beginnt.
Eine vergessene Liebesgeschichte
Unter einem grossen Kirschbaum sitzen Jugendliche, reden über das Schulhaus, das sein 100-jähriges Jubiläum feiert und über den neuen Schüler Nando, den coolen Amerikaner, den alle bewundern, ausser Anna, die ihn eingebildet findet. Es kommt zum Streit zwischen Nando und Anna und zur Strafe müssen die beiden unter dem Kirschbaum jäten.
Dort machen die beiden einen unerwarteten Fund, der sie auf eine Reise in die Vergangenheit mitnimmt, zu einer längst vergessenen Liebesgeschichte zwischen dem reichen Mädchen Susanna aus dem Stedtli und dem armen Bauernjungen Ferdi aus Itzikon. « Ihr dürft ruhig lauter sprechen » , mahnt Sackmann die beiden Jugendlichen, « zeigt eure Überraschung, wenn ihr das Tagebuch findet. »

