Was eine Eiche mit einem Mammutbaum gemeinsam hat? Beide Bäume gelten als besonders resistent während längerer Dürreperioden. Eine Eigenschaft, die ihr zukünftiges Überleben angesichts des Klimawandels sichern könnte. Beide Baumarten stehen deshalb seit diesem Winter im neuen Klimawald von Wetzikon. Denn der ehemalige Kantonsrat Max Homberger (Grüne) verwandelt dort gerade einen Hektar seines privaten Ackerlandes in einen Wald mit klimaresistenten Baumarten. Das stiftet Verwirrung. Denn einen solchen Fall gab es in der Region noch nie.
Die Nachrichten, die einen aus den Wäldern der Welt erreichen, sind verheerend: Pro Jahr verschwinden bei Rodungen etwa 13 Millionen Hektaren Wald von der Erdkugel. Und die Bäume, die es überhaupt bis ins mittlere Alter schaffen, werden sehr bald mit dem stark veränderten Klima zu kämpfen haben.
Schweizer Baumarten leiden unter Klimawandel
Biologin Katrin Joos Reimer vom Bund Schweizer Baumpflege warnt: «Die zunehmende Häufung anhaltender Trockenperioden werden zu einer massiven Veränderung unserer Wälder führen.» So sei zum Beispiel mit lokalen Waldzusammenbrüchen und vermehrtem Befall durch Schädlinge und Krankheiten zu rechnen. «Selbst die bislang als tolerant eingestuften Baumarten zeigen schwere Stresssymptome», sagt Joos Reimer.
Max Homberger wollte schon immer etwas für das Klima tun. Und jetzt ist sein eigener Wald endlich am Entstehen. Im November hat er ihn gepflanzt, bis heute haben die neuen Bäume eine Höhe von gut 80 cm erreicht. Einen Hektar seines privaten Landes – also 10'000 m² – hat er mit insgesamt 930 Bäumen bepflanzt. Das Aussergewöhnliche daran: Es ist ein sogenannter Klimawald.

