Wie stark hat die Coronapandemie Uster beschäftigt?
Barbara Thalmann: Corona hat in Uster, wie in anderen Gemeinden auch, das ganze Jahr geprägt. Die sich permanent ändernde Situation hat uns viel Flexibilität abverlangt, dennoch ist es uns gelungen, unser Ziel zu erreichen: Das öffentliche und politische Leben im Rahmen des Möglichen stets aufrechtzuerhalten.
Was war das wichtigste Ereignis in Ihrer Stadt im 2020?
Neben all den mit Corona verbundenen Aktivitäten haben wir mit der Einweihung des «Stadthaus West» ein wichtiges Projekt plangemäss und unter Einhaltung der finanziellen Vorgaben abgeschlossen. Das zweitgrösste Verwaltungsgebäude fügt sich nun ein in die Reihe von Grossprojekten, die Uster ein neues, modernes Gesicht verleihen wie das Hallenbad und das Schulhaus Krämeracker.
Was war Ihr persönlicher Höhepunkt?
Mich hat die Kreativität der Menschen in diesem Jahr beeindruckt. Es war eine Freude zu sehen, wie es einzelnen unter den erschwerten Bedingungen gelungen ist, einen Anlass durchzuführen und dadurch etwas Farbe in den Alltag zu bringen. Dabei denke ich etwa an den Greifenseelauf, an die digitale Boogie-Woogie-Night oder an das H2U-Festival. Auch die Usterbatzen-Sonderaktion hat mobilisiert und in Uster das Gemeinschaftsgefühl gefördert.
Welche Herausforderungen kommen auf Ihre Stadt zu?
Der Blick in die finanzielle Zukunft bereitet uns Sorgen. Es wird sich weisen, in welchem Mass sich die Folgen von Corona diesbezüglich auswirken werden. Bei der Umsetzung der «Strategie Uster 2030» konkretisieren sich die Pläne beim Stadtentwicklungskonzept, unter anderem was die Bahnquerungen betrifft. Ein wichtiges, und ebenso herausforderndes Thema wird das Zeughausareal sein. Der Stadtrat will, dass dieses Kernstück mitten im Ustermer Zentrum sich zu einem beliebten Aufenthaltsort der gesamten Bevölkerung entwickelt, ganz im Sinn von Uster als «Stadt für alle».
Was ist Ihr Wunsch für 2021?
Ich wünsche mir, dass sich die Ausnahmesituation mit der Pandemie möglichst bald normalisiert. Das gesellschaftliche, öffentliche, kulturelle Leben soll wieder Teil unseres Alltags werden. Die Pflege von sozialen Kontakten soll denjenigen hohen Stellenwert erhalten, der ihr zusteht. Das Leben in einer Gemeinde ist vom persönlichen Austausch geprägt, dieser fördert den Zusammenhalt und sorgt schliesslich dafür, dass wir gemeinsam vorwärtskommen.

