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Gesellschaft

«Wir werden allmählich spüren, welcher Schaden entstanden ist»​​​​​​​

Eine Neuanstellung und eine Pensionierung sind für Lindaus Gemeindepräsident Bernard Hosang (FDP) die Höhepunkte des Jahres gewesen. Sorgen bereiten ihm die Folgen der Corona-Pandemie.

Wie stark hat die Coronapandemie Lindau beschäftigt?
Bernard Hosang: Dank guter Organisation und Vorbereitung haben wir diese Herausforderung gut gemeistert. Führung ist besonders in diesen Zeiten erforderlich. Dort, wo Handlungsbedarf vorhanden war, wurden unbürokratische Lösungen gefunden. Diese Pandemie wird aber mit Sicherheit Spuren hinterlassen.

Was war das wichtigste Ereignis in Ihrer Gemeinde im 2020?
Es wurde praktisch alles abgesagt. Glücklicherweise konnten die Gemeindeversammlungen durchgeführt werden, damit wir vorwärts arbeiten konnten. Ein positiver Aspekt ist, dass die Prozesse in der Gemeinde auf Stufe Gemeinderat wie Verwaltung gut funktioniert haben. Es sind eingespielte Teams mit viel Erfahrung. Corona-Ansteckungen hatten wir auch beim Personal wie im Schulbetrieb – glücklicherweise ohne grosse Komplikationen.

Was war Ihr persönlicher Höhepunkt?
Die Stelle « Gemeindeschreiber/-in » konnten wir rasch wieder sehr gut besetzen mit einer jungen Dame, welche erst noch in der Region gross geworden ist. Sie hat sich bereits gut eingelebt und Gemeinderat wie Verwaltung freuen sich auf die Zusammenarbeit. Unser langjähriger Werkhof-Chef durfte Ende Dezember nach über 32 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand treten. Auch seine Nachfolge konnte mit einer sehr qualifizierten Fachkraft wieder besetzt werden.

Welche Herausforderungen kommen auf Ihre Gemeinde zu?
Wir werden allmählich spüren, welcher Schaden entstanden ist. Ich gehe von Einbussen im Bereich Steuern aus. Dies wiederum hat Konsequenzen im Bereich Finanzausgleich. Unsere Investitionen werden einer erneuten Prüfung und Priorisierung unterzogen. Grosse Themen stehen bei uns an. Gestaltungspläne sind der Gemeindeversammlung zu unterbreiten. Kemptthal entwickelt sich weiter, es wird rege gebaut bei uns und das wird uns mehr Einwohner mit Kindern bringen, was wiederum für die Infrastruktur Konsequenzen haben wird.

Was ist Ihr Wunsch für 2021?
Besserung ist in Sicht. Impfstoffe wurden unglaublich rasch entwickelt und wer will, kann sich impfen lassen. Zu hoffen bleibt mir, dass alle Menschen, die sich einsam und verlassen fühlen, wieder rasch in den «normalen» Alltag zurückfinden werden. Viele Geschäftszweige werden noch leiden. Es wird da und dort Unternehmer geben, welche den steinigen Weg nicht mehr sehen. Ich hoffe, dass auch für diese Berufsgruppen gesorgt wird und auch sie eine Zukunft haben werden. Ich denke positiv, bleibe optimistisch und irgendwann ist dieser Virus besiegt.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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