Wie stark hat die Coronapandemie Ihre Gemeinde beschäftigt?
Carlo Wiedmer: Die Coronapandemie hat uns von März bis Ende Jahr laufend und zum Teil massiv beschäftigt. Sehr intensiv waren vor allem die Monate März und April. Niemand hat schon eine ähnliche Situation erlebt. Man musste den Krisenstab aktivieren und versuchen innerhalb der Gemeinde die Situation so zu organisieren, dass die Risikogruppen und die Selbstständigerwerbenden, die vom Lockdown betroffen waren, in dieser ersten Phase die notwendige Unterstützung erhielten. Zudem mussten wir als eine der ersten Gemeinden den Zivilschutz aufgrund eines Coronafalls in der Asylunterkunft aufbieten.
Danach war es vor allem die Ungewissheit, ob Veranstaltungen durchgeführt werden können oder ob diese abgesagt werden müssen. Video- und Telefonkonferenzen wurden auch auf der Gemeindeverwaltung institutionalisiert, obwohl eine persönliche Besprechung oder Sitzung auf jeden Fall immer noch bevorzugt wird.
Sehr beeindruckend war wie hilfsbereit und engagiert die Grüninger Bevölkerung war. Wir haben ein Näherrücken der Gesellschaft gespürt. Sich für andere einzusetzen, war plötzlich zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Wir sind überzeugt, dass bei einem solchen Ereignis die überschaubare Grösse einer Gemeinde ein Vorteil ist und das persönliche Kennen vieles einfacher macht.
Was war das wichtigste Ereignis in Grüningen im Jahr 2020?
Die Fertigstellung der neuen Mehrzweckhalle Aussergass. Mit der Inbetriebnahme konnte ein elfjähriges Projekt seinen erfolgreichen Abschluss finden. Die Halle konnte nach den Sommerferien der Schule und den Vereinen zur Nutzung übergeben werden.
Ein grosser Wermutstropfen bleibt: Die Einweihungsfeier musste abgesagt werden und wir konnten die Halle nur an einem Tag der offenen Tür der Bevölkerung zeigen. Ein richtig grosses Einweihungsfest für die ganze Bevölkerung, wie wir es vorgesehen hatten, konnte leider nicht stattfinden und wird auch nicht mehr nachgeholt.

