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Gesellschaft

«Ohne Maske wirst du als Gefahr betrachtet»

Die Corona-Lage ist kritisch, die Regeln sind verschärft. Aber Menschen, denen die Befreiung von der Maskenpflicht attestiert wurde, fühlen sich nicht frei.

Die allgemeine Maskenpflicht: Die einen lässt sie buchstäblich aufatmen, denn angesichts der steigenden Infektionszahlen und Hospitalisationen haben sie sich schon lange einen solchen Schritt gewünscht. Andere lässt sie aufschreien.

Aber für die, welche aus medizinischen Gründen keine Maske tragen können – selbst wenn sie die Schutzmasken an und für sich befürworten würden, ist die Situation kompliziert. Wo immer sie sich bewegen im öffentlichen (Innen-)Raum, folgen ihnen schräge Blicke, freundlich gemeinte Masken-Angebote oder weniger freundliche Bemerkungen.Wir haben mit Betroffenen gesprochen. 

Manuela Meier, 41

Die Musiklehrerin, die an diversen Primarschulen in Winterthur arbeitet, gehört zu jenen Menschen, die Mühe mit der Maske haben. Sie leidet an Morbus Menière, einer Krankheit, die schubweise auftritt und plötzlichen Drehschwindel auslöst, weshalb Meier schon schlimm gestürzt ist. Als im Juli die Maskenpflicht im ÖV und in Läden eingeführt wurde, genoss sie gerade eine lange symptomfreie Phase – bis sie einen ersten Versuch mit der Maske startete. Sofort überwältigte sie ein heftiger Schwindel.

Dieses Erlebnis triggerte Ängste, und bei Stress melden sich die Morbus-Menière-Symptome verstärkt: ein Teufelskreis. Manuela Meier vermutet, dass die Rückatmung des Kohlendioxids für sie das Problem ist.Monatelang behalf sie sich mit Schummeln: Sie trägt die Maske stets über dem Mund, aber nicht über der Nase. Bis heute: Auch für Menschen mit Attest hält sie das für die beste Lösung, falls sie irgendwie realisierbar ist.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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