Für viele Menschen wurde in der Corona-Krise ein lang gehegter Traum Realität: Sie haben sich einen Hund angeschafft. Die Nachfrage nach Welpen explodierte – sowohl bei den Schweizer Züchtern als auch im Internet. Doch nicht nur die treuen Vierbeiner erfreuten sich plötzlich grosser Beliebtheit, auch Katz und Maus waren bei den Händlern gefragt. Das freut nicht nur die Verkäufer, sondern auch die Anbieter von Tiernahrung und Zubehör, die von dem Boom profitieren. Ihnen winken damit auch in den kommenden Jahren gute Geschäfte.
Auf der Suchplattform anibis.ch haben die Suchanfragen nach Hunden in der Zeit von Juni bis August um fast 30 Prozent zugenommen. Ähnlich gefragt waren während dieser Zeit auch Katzen – hier lag das Plus ebenfalls bei knapp 30 Prozent. Das Unternehmen führt das Plus auch darauf zurück, dass viele Leute dieses Jahr nicht in die Ferien gehen konnten. «Offenbar haben die Schweizerinnen und Schweizer während der Sommerferien daheim die Zeit genutzt, um nach einem Haustier oder zusätzlichem Tierzubehör zu suchen, während sie dies in anderen Jahren erst im Spätsommer gemacht hatten», so anibis.ch.
Einen ähnlichen Trend verzeichnet das Suchportal tutti.ch, das zum gleichen Konzern gehört wie diese Zeitung. Dort stieg die Zahl der versendeten Kontaktanfragen in der Kategorie Tiere während dem Lockdown um ganze 55 Prozent. Hoch im Kurs standen Welpen, Katzen und Hunde – sowie etwas überraschend – Hühner.
Züchter: «Innerhalb von zwei Tagen waren alle weg»
Wer einen Hund wollte, wurde aber nicht nur im Internet fündig. Auch die Schweizer Züchter konnten sich vor Anfragen kaum erwehren. So etwa die Golden-Retriever-Züchter Margrit und Willy Bill aus Bischofszell im Thurgau. «Wir hatten 18 Welpen zu vergeben – innerhalb von zwei Tagen waren alle reserviert», sagt Willy Bill, der seit 30 Jahren Hunde züchtet. «Die Nachfrage war schon immer gut, aber jetzt ist sie extrem gut», sagt er.

