Max Brupbacher hat nicht schlecht gestaunt. Zum siebten oder achten Mal hat er sein Boot vorgeführt. Er weiss es nicht mehr so genau. «Das Boot gehört mir seit 22 Jahren, alle drei Jahre muss ich es vorführen.» In all den Jahren sei nie etwas beanstandet worden.
Dieses Jahr nun hat der Kontrolleur ihm im Thalwiler Hafen Farbsteig – wo Brupbachers Boot liegt und wo die Kontrolle durchgeführt worden ist – mitgeteilt, das Kontrollschild seines Bootes sei zu klein. 80 Millimeter hoch müsste es sein, nicht nur die gemessenen 75 Millimeter. «Nun muss ich das Nummernschild ersetzen», sagt Brupbacher. «Dabei kann man die blaue Schrift auf hellgrauem Grund bestens lesen, und das Schild ist in sehr gutem Zustand.»
«Ich habe ja kein Schnellboot»
Der Bootsbesitzer aus Thalwil macht keinen Hehl daraus, dass er die Anordnung der Schifffahrtskontrolle für übertrieben hält. «Ich habe Verständnis dafür, wenn bei Neueinlösungen oder defekten Nummern eine Norm gilt. Aber in meinem Fall ist die Nummer vor 22 Jahren vom Bootsbauer angebracht und das Boot so abgenommen worden.»
Verständnis aufbringen könnte er auch, wenn es sich bei seinem Boot um ein Schnellboot handeln würde. «Mein viereinhalb Meter langes Fischer- und Freizeitboot aus Aluminium hat zwar einen Motor, aber dessen Leistung beträgt weniger als 8 PS. Ich erreiche damit eine Geschwindigkeit von 20, maximal 25 Kilometern pro Stunde.»

