«Bundesrat Ueli Maurer will die Quarantäne verkürzen», titelte SRF diese Woche nach einem Interview mit dem Finanzminister. Wie sich nun zeigt, ist das nicht nur ein Anliegen des SVP-Bundesrats. Vielmehr hat die gesamte Landesregierung dem Departement von SP-Bundesrat Alain Berset am vergangenen Freitag den Auftrag erteilt, mögliche Lockerungen der Quarantänepflicht zu prüfen, wie dieses bestätigt.
Obwohl die Infektionszahlen steigen – am Mittwoch meldete das Bundesamt für Gesundheit (BAG) 514 neue Ansteckungen –, wurde der Gesundheitsminister dazu keineswegs verknurrt. Schon vor dem Auftrag des Bundesrats hatte sein Departement mit den Kantonen bei der Wissenschafts-Taskforce ein neues Papier zur Quarantäne bestellt.
Das Ziel: abzuklären, ob neue wissenschaftliche Erkenntnisse erlauben, die heutigen Bestimmungen aufzuweichen. Erste Schrittchen dazu hat der Bundesrat bereits unternommen. Einreisende aus Risikoregionen zum Beispiel können sich Zwischenaufenthalte in sicheren Gebieten anrechnen lassen. Ausnahmen können auch Kulturschaffende und Sportler sowie Teilnehmer an Fachkongressen für sich in Anspruch nehmen.
Abbruch nach negativem Test?
Nun lassen die Behörden von der Wissenschaft eine ganze Reihe weiterer Fragen klären, etwa zur Dauer der Quarantäne. Heute beträgt diese in der Schweiz zehn Tage, in anderen europäischen Ländern bis zu 14 Tage. Die Berner Epidemiologin Nicola Low hatte vergangene Woche in den Zeitungen von CH Media vorgeschlagen, sie auf fünf Tage zu halbieren – wenn die Präventionsmassnahmen dafür besser eingehalten würden.

