Seit letzter Woche ermittelt die Staatsanwaltschaft Innerschwyz gegen den Betreiber einer Käserei in Steinerberg SZ. Der Verdacht lautet auf mehrfache fahrlässige Tötung, Körperverletzung und den Verstoss gegen das Lebensmittelgesetz.
Im Zentrum steht das Bakterium Listeria monocytogenes. Der gefürchtete Krankheitserreger soll aus der Steinerberger Käserei stammen und seit 2018 34 Menschen infiziert haben, von denen zehn starben. Bei allen Betroffenen wurde derselbe Stamm des Bakteriums nachgewiesen – genau der Stamm, den Kontrolleure im Mai in der Käserei fanden.
Selten, aber gefährlich
Listerieninfektionen mit schwer Erkrankten und Toten sind zwar selten, können aber gerade für gefährdete Personen dramatisch ausgehen. Bei den letzten grossen Ausbrüchen erkrankten 2013/14 32 Personen durch mit Listerien verunreinigtem Schnittsalat, mindestens vier Menschen starben. Im Jahr 1987 infizierten sich nach dem Verzehr des Weichkäses Vacherin Mont-d’Or 122 Menschen mit Listerien, 33 kamen ums Leben.
Warum kommt es immer wieder zu solchen Ausbrüchen? «Listerien kommen überall in der Umwelt vor», sagt Lars Fieseler von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Wädenswil. Zudem seien die Bakterien unempfindlich und gut an verschiedene Lebensräume angepasst. Gefährlich für die Lebensmittelherstellung ist, dass sich Listerien auch bei kühlen Temperaturen, wie sie in Produktionsbetrieben vorherrschen, vermehren können.

