Wie gehen die Schweizerinnen und Schweizer mit dem Thema Krankheit um? Dieser Frage ist die CSS-Versicherung auf den Grund gegangen und hat mehr als 4200 Personen interviewen lassen. Die Resultate sind vor allem deshalb spannend, weil die Umfrage vor dem Lockdown (Anfang März) und noch einmal nach dem Höhepunkt der ersten Corona-Welle (Anfang Juni) durchgeführt wurde.
Der überraschende Hauptbefund der Gesundheitsstudie: Die Bevölkerung stuft Covid-19 nicht wirklich als Gefahr ein. Für lediglich 0,6 Prozent der Befragten ist es die Krankheit, vor der sie sich am meisten fürchten. Krebs, Demenz oder Herz-Kreislauf-Probleme bereiten viel mehr Sorgen. Fast ein Drittel fürchtet sich vor keiner Krankheit.
Allgemein werden Pandemien nur von einer Minderheit als Gefahr wahrgenommen. Das sei angesichts der öffentlichen Debatte und der einschneidenden Schutz- und Präventionsmassnahmen in den letzten Monaten «mehr als bemerkenswert», schreiben die Studienautoren. Im März hatten noch 31 Prozent erhebliche Befürchtungen, dass eine Pandemie ihre eigene Gesundheit gefährden könnte. Im Juni waren es nur noch 22 Prozent.
Die Angst der Schweizer vor Corona hat sich also gelegt. Gemäss der Erhebung dürfte dies an der vorläufigen Eindämmung des Virus liegen, die in relativ kurzer Zeit erfolgte. Sie hat offenbar das Vertrauen in die öffentliche Gesundheit, aber auch die Wahrnehmung der persönlichen Resilienz vor Gesundheitsgefahren gestärkt.

