Es ist schwer zu sagen, für wen die Panne bitterer ist: für das Bundesamt für Gesundheit (BAG), das sich einmal mehr mit Hohn und Spott konfrontiert sieht. Oder für die Clubs, die irrtümlich als Corona-Höllen abgestempelt wurden.
Am Sonntagabend räumte das Bundesamt ein, dass ihm in einer Statistik ein folgenschwerer Fehler unterlaufen ist. Nicht 41,6 Prozent der rückverfolgbaren Ansteckungen sind in Clubs erfolgt, sondern gerade einmal 1,9 Prozent. Am häufigsten wird das Coronavirus demnach in der Familie weitergegeben, gefolgt vom Arbeitsplatz.
Das BAG entschuldigte sich und erklärte, die Daten seien «einem falschen Ansteckungsort zugeordnet worden». Die Reaktionen folgten postwendend: «Mal hurti eine ganze Branche durch den Dreck gezogen», kommentierte Christoph Ris von der Bar- und Clubkommission Bern die Richtigstellung lakonisch.
Zahlensalat reloaded
«Peinlich peinlich ...», twitterte Balthasar Glättli, der Chef der Grünen. Und CVP-Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter spottete: «Liegt vermutlich an der Übermittlung per Fax …» Die Baselbieterin spielte darauf an, dass das BAG bei der Datenerfassung nicht zum ersten Mal eine schlechte Figur macht.

