Nach mehreren Superspreader-Events steht die Zürcher Clubszene in der Kritik. Die Lokale wieder zu schliessen, kommt für die Bar- und Clubkommission aber nicht infrage. «Nur ein Prozent der Veranstaltungen in Zürich war von positiven Corona-Fällen betroffen», stellte Alexander Bücheli, Geschäftsführer der Bar- und Clubkommission, am Freitag vor den Medien klar.
«Nur 13 Personen wurden infiziert.» Insgesamt hätten seit der Wie- deröffnung im Juni aber rund 120’000 Personen einen Zürcher Club oder eine Bar besucht. Wo die meisten Ansteckungen im Kanton Zürich passieren, ist nicht abschliessend geklärt. Die meisten Fälle können nicht zurückverfolgt werden. «Die Clubs kommen aber sicher nach möglichen Ansteckungsorten wie Arbeit, Freunde, Rückreisende aus anderen Ländern und Fa milie», sagte Bücheli.
Bis Herbst kein Geld mehr
Dass die Clubs in die Kritik gera ten seien, überraschte Bücheli deshalb. Es sei mit dem Finger auf sie gezeigt worden. «Wir wün schen uns weniger Polemik und mehr Verständnis für die Jugend lichen.» Auch sie hätten in den vergangenen Monaten auf vieles verzichtet. Ob eine Maskenpflicht im Club sinnvoll wäre, ist für Bü cheli unklar. «Wir wissen nicht, ob die Gäste eine tragen würden.»
Ein erneuter Lockdown ist für die Branche auch eine Frage des Überlebens: Jeder vierte Betrieb hat bereits Angestellte entlassen. Von den Verbliebenen beziehen 75 Prozent Kurzarbeitsentschädi gung. Die Corona-Kurzarbeit läuft Ende August aus. Dann dürften noch mehr Angestellte ihre Stelle verlieren. Zudem wird ein grosser Teil der Clubs bis Herbst keine Li quidität mehr haben und für im mer in den Lockdown gehen.

