Als Gianni Infantino im Wahl kampf um das Amt des Fifa-Präsidenten war, flog er in der Economy durch die Welt. Zumindest erzählte er das, um den Anschein zu erwecken, er sei ein Mann aus dem Volk, anders als sein illustrer Vorgänger Sepp Blatter.
Für ein Porträt im «TagesAnzeiger» sagte seine Schwester vor der Wahl am 26. Februar 2016: «Er hebt nicht plötzlich ab und fliegt zu einem anderen Planeten, wenn er Fifa-Präsident wird. Ich nehme ihn nicht als Karrieremenschen wahr, der für seinen Erfolg über Leichen geht.»
Infantino, der «Piccolino» aus Brig, wie ihn seine Schwester auch nennt, Sohn italienischer Einwanderer, hat nach seiner Wahl auf den Thron des Weltver bandes schnell begonnen, das Bild des gefühlvollen Menschen zu zerkratzen. Längst ist er enttarnt als Karrierist und Sonnenkönig, der wegräumt, was ihm im Weg steht. Nie hat er bisher dafür bezahlen müssen.
Jetzt könnte sich das ändern, und der 50-Jährige könnte diesen einen Fehler zu viel begangen haben, der ihn doch noch zum Absturz bringt. Es geht um den Vorwurf der Anstiftung zum Amtsmissbrauch, zur Verletzung des Amtsgeheimnisses und zur Begünstigung.
Die Verteidigung

