«Die Kirche in der Deutschschweiz müsste zusammenpacken, sollte dieses Papier umgesetzt werden», sagt Monika Schmid. Sie leitet als Frau und Laie die Pfarrei Illnau-Effretikon. Genau dies aber dürfte sie nicht mehr tun, ginge es nach der Kleruskongregation. Die für den Klerus zuständige Abteilung des Vatikans veröffentlichte letzte Woche ein Dokument, das für Aufregung sorgt.
Die von Papst Franziskus genehmigte Instruktion zur Leitung von Pfarreien stammt wie aus einer anderen Zeit: Ihr zufolge soll die Pfarreileitung an das Sakrament der Priesterweihe gebunden und allein dem Pfarrer vorbehalten bleiben. Laientheologen und -theologinnen schliesst sie explizit von der Gemeindeleitung aus. Den Modellen einer partizipativen Gemeindeleitung von Priestern und Laien,wie sie seit Jahrzehnten in der Schweiz und neuerdings auch in Deutschland üblich sind, schiebt sie einen Riegel.
Von der Sakramentenspende abgesehen versehen speziell in der Deutschschweiz Laien heute alle Dienste des Pfarrers. So predigen sie auch in der Eucharistiefeier. Was jetzt die Instruktion «in keinem Fall» mehr duldet.
N icht umsetzbar und klerikal verengt
Um konservative Kreise nicht zu brüskieren,haben die Deutschschweizer Bistümer schon vor Jahren auf den provokativen Begriff «Gemeindeleiter» für Laien verzichtet und durch «Pfarreibeauftragter» ersetzt. Treibende Kraft dabei war das Churer Bistum. Es sieht sich durch die neue Instruktion bestätigt, wie Sprecher Giuseppe Gracia sagt. Verantwortung und Leitung der Pfarrei lägen beim Pfarrer und würden nicht an ein Team delegiert.

