Auf das Flamingo in Zürich folg te die Tesla Bar in Spreitenbach – und nun werden zunehmend mehr Fälle von infizierten Bar- und Clubbesuchern bekannt. In Bern haben die Behörden das Kapitel geschlossen, und in Genf mussten die Contact-Tracer die Besucher von «mehreren» Bars und Clubs ausfindig machen, wie Laurent Paoliello, Sprecher des Genfer Gesundheitsdepartements, bestätigt.
Noch vor zehn Tagen hatte der Genfer Kantonsarzt argumentiert, das Nachtleben sei nicht für die meisten Ansteckungen mit dem Coronavirus verantwortlich. Kurz darauf erschien sein Wo chenbericht, der eine andere Sprache spricht: Besonders bei 20- bis 49-Jährigen stiegen die Infektionszahlen stark, die Bars und Nachtclubs wurden als erster Grund genannt.
20 Ansteckungen nach Besuch in einem Lokal
Nachdem Genf zu Beginn der Co vid-19-Pandemie hart getroffen worden war, beruhigte sich die Lage vorübergehend stark. Doch in der vergangenen Woche wurde mehr als ein Viertel der Schwei zer Neuinfektionen in der West schweizer Metropole gefunden. Allein nach dem Besuch in einem der betroffenen Clubs wurden laut «20 Minuten» mindestens 20 Personen positiv getestet.
Die Genfer Behörden äussern sich nicht zu solchen Einzelfällen. Sie weisen aber darauf hin, dass die Kantonsregierung am Freitag die Vorschriften ver schärfte. Jetzt werde die Situation beobachtet, auch eine Schliessung aller Clubs stehe zur Debatte, falls die Kurve nicht abflache. Bisher hat Genf darauf ver zichtet, die Besucherzahl in Bars und Clubs strenger zu begrenzen als der Bund, anders als Kantone wie Wallis, Zug und Luzern. Die Westschweizer Gesundheitsdirektoren verzichten auch auf gemeinsame Regeln – anders als es die beiden Basel, Aargau und Solothurn taten.

