Die Temperaturen steigen, die Menschen zieht es nach draussen, in die Pärke, Lokale und Badis. Man geht zur Arbeit, nutzt den ÖV. «Das Coronavirus ist kaum mehr wahrnehmbar», sagt Christiane Meier, Zürcher Kantonsärztin ad interim, am Freitag an einer Medienkonferenz. «Nur die Desinfektionsflaschen erinnern einen daran, dass es noch da ist.»
Es ist noch da, und es breitet sich wieder ein wenig stärker aus in den letzten Tagen. 60 Personen sind isoliert, 120 befinden sich in Quarantäne. Allein am Mittwoch gab es 16 neue Fälle. In den letzten sieben Tagen waren es insgesamt 40. «Die Fallzahlen steigen, aber sie bleiben tief», sagt Stefan Neubert, der für die Zür cher Gesundheitsdirektion die Daten erhebt und analysiert. «Wir müssen den Anstieg im Auge behalten, dürfen aber nicht dramatisieren.»
Vermehrte Tests bei Kindern
Dabei fällt auf, dass sich in letzter Zeit vor allem jüngere Bevölkerungsgruppen mit dem Vi rus angesteckt haben. Waren es anfangs vor allem die über 50-Jährigen, sind es aktuell die 30- bis 40-Jährigen. Neubert überrascht diese Ent wicklung nicht. «Die Älteren schützen sich, die Jüngeren sind dagegen wieder vermehrt unterwegs und treffen sich.» Regiona le Unterschiede gibt es im Kan ton Zürich kaum. Einzig der Bezirk Bülach war in den letzten 14 Tagen etwas überdurchschnitt lich betroffen.
«Ansteckungen gibt es derzeit vor allem bei der Arbeit, in der Fa milie und in der Schule», sagt Kantonsärztin Meier. Im Moment würden sehr viele Personen auf Covid-19 getestet. In den letzten Wochen waren es 11’000 Personen – so viele wie noch nie. Auch Kinder wurden vermehrt getestet.

