Auf den ersten Blick klingt es für Passagiere gut: Es gibt keine generelle Erhöhung der Preise im öffentlichen Verkehr. So lautete die Botschaft von Alliance Swiss Pass, der Branchenorganisation des öffentlichen Verkehrs. Auch wenn neue Spartickets eingeführt und Hunde-GA günstiger werden: Ein Blick in die nun vor gestellten Details zeigt, dass es etliche Änderungen gibt, die zum Nachteil der Kunden sind. Das ruft den Preisüberwacher auf den Plan.
Studenten sind die Verlierer. Das attraktive Studenten-GA wird abgeschafft. Statt im Alter von 25 bis 30 für 2650 Franken wie bisher ein GA zu erhalten, müssen sie neu ab dem 26. Lebensjahr mehr bezahlen – nämlich 3860 Franken in der 2. Klasse. Als Entschädigung erhalten sie eine Gutschrift von 500 Franken, mehr nicht.
«Hier findet eine massive Risikoverschiebung hin zu den Kunden statt.»
Stefan Meierhans, Preisüberwacher
Teurer wird auch die Tageskarte für Kinder und Jugendliche von 6 bis 16 Jahren. Statt 16 Franken wie bisher kostet diese nun 19 Franken. Dafür können die Kinder nun unbegleitet auf Achse gehen, bisher musste jeweils eine Begleitperson dabei sein. Eine Verschlechterung aus der Sicht der Kunden ist auch die Er höhung der Mindestvertragsdauer für das Jahresgeneralabo. Neu beläuft sie sich auf sechs Mona te statt wie bisher vier Monate. Ein Vorgehen, das Preisüberwacher Stefan Meierhans kritisiert.
«Statt der vielstimmig geforderten Flexibilisierung ist das Mittel der Wahl ‹Fesseln und Knebeln› der Kunden», schreibt er in einem Blogeintrag. Besonders unverständlich sei die Massnahme in Bezug auf Corona. «Hier findet eine massive Risikoverschiebung hin zu den Kunden statt. Diese Massnahme könnte dazu führen, dass sich Kunden mit unsicheren Zukunftsperspektiven und ohne Alternativen zum ÖV gegen das Produkt ent scheiden und stattdessen auf höherpreisige, dafür aber flexible Alternativen umsteigen müssen», schreibt Meierhans.

