Seit 2015 steigt die Jugendkriminalität im Kanton Zürich. Auf fallend ist dabei die starke Zunahme von Gewaltdelikten wie schweren Körperverletzungen, Drohungen, Raub und Angriff. Im vergangenen Jahr sind die Gewaltstraftaten gegenüber 2018 um 36 Prozent gestiegen. Meistens richtet sich die Jugendgewalt gegen andere Minderjährige. «Gewalt scheint unter gewissen Jugendlichen wieder selbstverständlicher zu sein – das ist beunruhigend», sagt Marcel Riesen-Kupper, Leitender Oberjugendanwalt des Kantons Zürich.
Doch wieso ist das Klima unter den Jugendlichen rauer geworden? Wer schlägt, tritt und sticht zu? Wann und wo ereignen sich die Taten, und wer gehört oft zu den Opfern? Die Oberjugendanwaltschaft hat die Straftaten analysiert.
Die Täter
Straftaten werden zumeist von männlichen Jugendlichen begangen und nur zu einem Viertel von Mädchen. Der Ausländeranteil liegt bei 32 Prozent und bleibt gegenüber den Vorjahren unver ändert. Bei den Gewaltstraftaten sind 86 Prozent der Beschuldigten männlich. Im Durchschnitt sind sie 15 Jahre alt.
Auffallend ist, dass die jüngeren Täter meistens allein agieren und die älteren oftmals in Gruppen. Gruppendelikte (ab drei Personen) haben im letzten Jahr um 50 Prozent zugenommen.

