Das Veto von Kurt Gadolas Vater war unmissverständlich: Als Spross einer Baumeisterdynastie wurde der Berufswunsch von Klein-Kurt schon früh im Reich der Träume versenkt. Pilot zu werden und abzuheben lag nicht drin. Statt als Flugkapitän über den Wolken zu schweben blieb Gadola deshalb als Bauunternehmer und Architekt lange Zeit im Zürcher Oberland am Boden. Er war auch von 1966 bis 1974 Gemeinderat von Egg , aber das von der Familie verordnete Leben vermochte ihn nicht wirklich zu befriedigen.
Mit 45 Jahren habe er es gespürt: «Fertig mit Backsteinen!». Und die vielen Kanu-Touren auf wilden Wassern in ganz Europa und das Präsidium beim Kanuclub Schwyz reichten plötzlich nicht mehr, sagt der heute 82-Jährige. «Und eines Tages hat es uns in Frankreich einmal so verregnet, dass ich mir selber versprochen habe, ein Schiff zu bauen, dessen Küche unter Dach liegt.»
Ab nach Frankreich
Zwei Jahre später habe er zu seiner Frau Caroline gesagt: «Komm wir gehen. Wir bauen und vermieten im Süden Frankreichs Hausboote – solche mit Dach und Heizung.» Der Haushalt wurde aufgelöst. «Caroline hat sich sogar gefreut, aber irgendwie konnte sie ja auch nicht anders», meint der Patron heute gelassen. Etliche Freunde haben die beiden für verrückt erklärt.

