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Gesellschaft

«Neujahr ist ein schlechter Zeitpunkt für gute Vorsätze»

Verhaltenspsychologe Frank Wieber erklärt, warum «mit dem Rauchen aufhören» ein schlechter Vorsatz ist und wir uns fürs Fliegen nicht schämen sollten.

Herr Wieber, was war Ihr Vorsatz für 2019 und konnten Sie ihn einhalten?

Frank Wieber: Ich wollte das Velo möglichst oft für den Arbeitsweg nutzen. Ich wohne in Kreuzlingen, das sind 46 Kilometer. Zuerst habe ich es mit dem Rennrad versucht. Aber weil das nicht funktioniert hat, habe ich mir im März ein E-Bike besorgt. Jetzt habe ich 4000 Kilometer gemacht. Für 2020 habe ich mir nochmals dasselbe vorgenommen. Ich will auch dann nicht den Zug nehmen, wenn es streng wird bei der Arbeit.

Warum fassen wir eigentlich Vorsätze auf Neujahr hin?

Das ist eine bewährte Tradition. Schon bei den Römern machte man am Jahresende einen Rück- und Ausblick. Wir wählen auch oft wichtige Lebensmomente wie eine Hochzeit oder einen runden Geburtstag aus, um etwas zu ändern. Gleichzeitig ist das aber der Grund, warum Vorsätze oft frustrierend sind. Wenn der Zeitpunkt vorgeschrieben ist, kann es sein, dass er gar nicht passt.

Der Jahreswechsel ist eigentlich ein schlechter Zeitpunkt für Vorsätze?

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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