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Der Fenchel, den niemand wollte

Das Rätsel um den grossen Haufen weggeworfenen Fenchel auf einem Dübendorfer Acker ist gelöst. Gemüseproduzent Beerstecher erklärt, wie es dazu kam.

Thomas Beerstecher produzierte zu viel Fenchel (hier bei der Tomatenproduktion). , Das Ergebnis der Überproduktion kam in einem Feld am Strassenrand von Dübendorf zu liegen., Ein Fenchel, der den Schönheitsvorstellungen der meisten Anbieter entspricht.

pixabay / nietjuh

Der Fenchel, den niemand wollte

Kürzlich lag ein grosser Haufen Fenchel auf einem Feld an der Dübendorfstrasse zwischen Fällanden und Dübendorf. Mitarbeiter eines Gartenbau-Unternehmens und eines Gartencenters vermuteten, dass der Fenchel dem Gemüseproduzenten Beerstecher aus Dübendorf gehört (wir berichteten). Diese Vermutung bestätigte nun Thomas Beerstecher, Geschäftsführer der Firma. Das warme Wetter vor den Herbstferien habe zu einer Überproduktion beim Fenchel geführt. «Und weil viele Leute in den Ferien weilten, war zu dieser Zeit die Nachfrage zu klein», sagt Beerstecher. 

«Mal gewinnt man, mal verliert man.»

Thomas Beerstecher, Geschäftsführer Beerstecher AG 

Zudem habe ein Teil des Gemüses, das auf dem Haufen gelandet ist, nicht dem Schönheitsideal des Fenchels entsprochen. «Von den Abnehmern und den Kunden werden nur makellose Fenchel akzeptiert», sagt Beerstecher. Aufgerissenes Gemüse und solches mit Flecken gehörten nicht dazu. Das Stück Fenchel müsse ein Idealgewicht von 250 bis 500 Gramm haben. Das Gewicht des Fenchel habe aber dieser Norm entsprochen. 

«Fehler eines Mitarbeiters»

Weil das Gemüse nicht lange gelagert werden könne, sollte es kompostiert werden. Allerdings hätte der Fenchel eigentlich nicht zu einem grossen Haufen am Strassenrand zur Schau gestellt werden sollen. Beerstecher sagt: «Es war ein Fehler eines Mitarbeiters, der unwissend das Gemüse auf einen Haufen getürmt hatte.» Das Gemüse werde üblicherweise gehäckselt und dann entweder auf den Komposthaufen oder in die Biogasanlage gebracht.

Dass das Unternehmen Gemüse vernichten müsse, sei selten, sagt Beerstecher. «In diesem Jahr war es das erste Mal.» Die Produktion von Fenchel geschehe nicht auf Bestellung und die Nachfrage sei in der Regel schwierig abzuschätzen. «Mal gewinnt man, mal verliert man. In diesem Fall hatten wir Pech.»

Wie viel Fenchel auf dem Haufen am Strassenrand deponiert und danach kompostiert wurde, wisse er nicht, sagt Beerstecher. Den Verlust könne er demzufolge nicht beziffern. Damit solche Fälle möglichst wenig vorkommen, würde die Firma Gemüse, das sie nicht verkaufen könne, dem gemeinnützigen Verein «Tischlein deck dich» schenken.

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