«Der Tod ist todsicher» – die Worte von Paul Kleiner sind hart, doch sie entsprechen der unbeschönigten Realität. Als Pfarrer der Reformierten Kirche Pfäffikon hat er in seinem Alltag oft mit dem Tod zu tun und gelernt, offen darüber zu sprechen. Etwas, das vielen Menschen nicht gegeben ist. Themen wie Tod, Totsein oder Sterben werden grossräumig umschifft. Genauso unliebsam sind Gespräche über begleiteten Suizid – obwohl das Thema immer wieder Zündstoff für Diskussionen liefert.
Persönliche Erfahrungen
Ist es ein Akt der Nächstenliebe, wenn man einen Menschen aktiv dabei unterstützt, aus dem Leben zu scheiden oder ist es menschenunwürdig? Darf ich meinem Leben selber kontrolliert ein Ende setzen oder ist das wider jede gesellschaftliche Norm? An diesen Fragen scheiden sich die Geister. Umso schwieriger ist es, sich eine eigene Meinung zu diesem sensiblen Thema zu bilden. Dem möchte Paul Kleiner zusammen mit Karin Reinmüller, Pastoralassistentin der Katholischen Kirche Pfäffikon, entgegenwirken.
Begleiteter Suizid
Als Suizidbegleitung wird ein Vorgehen bezeichnet, mit dem die Voraussetzungen und der Rahmen geschaffen werden, damit eine Person ihr Leben beenden kann. Das tödliche Mittel wird mit Zustimmung eines Arztes abgegeben, der die Urteilsfähigkeit der Person bescheinigen muss, welche Suizidbegleitung beanspruchen möchte. Sterbehilfeorganisationen wie Exit oder Dignitas können zwar Unterstützung und Begleitung bieten, doch die betroffene Person muss sich das tödliche Mittel selbst verabreichen.
Am 1. Oktober führen sie einen Bildungsabend durch, an dem sie von ihren persönlichen Erfahrungen zum Thema berichten und darlegen, wie sie zu ihrer jeweiligen Einstellung gekommen sind. «Unser Ziel ist, dass die Teilnehmer grössere Klarheit darüber bekommen, warum ihnen welche Haltung wichtig ist», erklärt Karin Reinmüller. «Und ebenso, dass sie Menschen, die eine andere Position vertreten, als ‹gescheite Leute› respektieren können.»

