Wetzikons Partnerstadt zu Gast an der ZOM
Knapp 1500 Kilometer oder gut 15 Fahrstunden liegen zwischen Wetzikon und Badolato. Trotz der grossen Distanz ist die Beziehung zwischen der Stadt im Zürcher Oberland und dem Städtchen in Kalabrien sehr eng. «Ich kann mir Wetzikon ohne unsere Badolatesi gar nicht vorstellen», sagt etwa der Wetziker Stadtpräsident Ruedi Rüfenacht.
Seit 2011 sind Wetzikon und Badolato Partnerstädte. Die gemeinsame Geschichte der beiden Orte geht aber schon viel weiter zurück. In den 1960er-Jahren kamen viele Gastarbeiter aus Badolato ins Zürcher Oberland – vor allem nach Uster und Wetzikon. 600 bis 700 Badolatesi leben gemäss Rüfenacht heute noch in Wetzikon. Sie seien sehr gut integriert, sagt er, und sie würden auch zu politischen Themen Stellung nehmen. Seit 2012 haben die Badolatesi mit der US Virtus Badolato sogar einen eigenen Fussballclub in Wetzikon. Erst kürzlich veranstaltete der Verein ein Turnier, zu dem auch Mannschaften aus der italienischen Heimat anreisten (wir berichteten).
«Die Olivenbäume waren fast heilig»
Mit der Einladung als Gastregion an die Züri Oberland Mäss (ZOM) folgt nun ein nächstes Highlight. Bürgermeister Gerardo Mannello fühlt sich «geehrt und stolz, Badolato und Kalabrien an dieser wichtigen Messe zu repräsentieren.» An ihrem Messestand wollen sich die Badolatesi von ihrer besten Seite zeigen. «Man kann bei uns Trekking oder Yoga machen, Oliven pflücken, gut essen oder schwimmen gehen – und einfach das Leben geniessen», sagt Domenico Leuzzi. Er ist Tourismusverantwortlicher der Gemeinde Badolato und gerät ins Schwärmen, wenn er von seiner Heimat erzählt. Badolato sei sehr vielfältig. Neben der mittelalterlichen Altstadt liegt der zweite Ortsteil direkt an der Küste und bietet sehr viel Strand.
Besonders stolz sind die Badolatesi neben der traumhaften Landschaft an der Ionischen Küste und der historischen Altstadt auf ihr Olivenöl. Gleich vier Produzenten sind an der ZOM dabei. Domenico Leuzzi erklärt, dass das Oilvenöl schon früher eine grosse Bedeutung für die Bauern in der Region gehabt habe: «Die Olivenbäume waren fast heilig.» Inzwischen wird in der Region um Badolato nach Apulien das meiste Olivenöl in Italien produziert. Die Bauern hätten sich qualitativ stark verbessert und das meiste Öl sei «extra vergine», also möglichst naturbelassen und durch Kaltpressung gewonnen.
Flitterwochen in Wetzikon
Aber auch von Wetzikon zeigen sich die Vertreter von Badolato begeistert: «Die Stadt gefällt mir sehr – so sehr, dass ich meine Flitterwochen hier verbracht habe», sagt Bürgermeister Mannello. Die Schweizer würden sich in ihrer Lebensweise zwar schon etwas von den Kalabriern unterscheiden, meint er, aber er schätze die zwischenmenschlichen Beziehungen sehr, die entstanden seien. Die Partnerschaft bestehe nicht nur aus der Ortstafel, Badolato und Wetzikon würden einen regen kulturellen Austausch pflegen.
Mannello ist überzeugt, dass Badolato und die Schweiz in Zukunft noch enger zusammewachsen werden. Badolato gehöre zu den schönsten Orten Kalabriens und inzwischen hätten sich auch einige Schweizer in Badolato ein Haus gekauft. «Unsere Mitbürger haben sich hier (in Wetzikon) integriert und die Familien, die nach Badolato kommen, integrieren sich in die historische Altstadt, weil sie sich entschiedenen haben in dieser grossartigen Atmosphäre zu leben», sagt der Bürgermeister. Auch sein Wetziker Amstkollege kann Mannello in diesem Punkt nur beipflichten: «Es ist fantastisch schön dort», sagt Ruedi Rüfenacht.