Gemeinden bündeln Kräfte für die Energiezukunft im Zürcher Oberland
Mit der geplanten Gründung der Energieregion Zürcher Oberland wollen Gemeinden im Oberland ihre Energie- und Klimapolitik künftig stärker gemeinsam angehen.
Nach Bauma, Gossau und Russikon hat nun auch Fischenthal entschieden, dem neuen Verein Energieregion Zürcher Oberland (EZO) beizutreten.
Ziel der Zusammenarbeit ist es, Kompetenzen zu bündeln, Kosten zu senken und die Umsetzung des kantonalen Netto-null-Ziels besser voranzubringen.
Der Klimawandel und die Dekarbonisierung stellen Gemeinden vor wachsende Anforderungen, insbesondere in der Energieplanung. Eine Abklärung innerhalb der Regionalplanung Zürcher Oberland (RZO) zeigte deshalb ein klares Interesse an einer überkommunalen Zusammenarbeit.
Die Energieregion Zürcher Oberland ist als Verein konzipiert und soll den teilnehmenden Gemeinden als gemeinsame Plattform dienen. Die Energieplanung sowie die Umsetzung des Netto-null-Ziels sollen künftig koordiniert und gemeinsam bearbeitet werden.
Der grosse Vorteil aus Sicht der RZO: Gemeinsames Vorgehen ist kostengünstiger und ermöglicht es, Know-how zu bündeln. Zudem können bestehende Angebote einzelner Gemeinden für eine grössere Bevölkerung geöffnet und dadurch effizienter genutzt werden.
Nicht alle wollen Mitglied werden
Rico Croci, Vorstandsmitglied der RZO, sieht darin einen entscheidenden Mehrwert. «Tatsächlich passiert schon viel in den Gemeinden der Region. Das Thema ist bei vielen angekommen. Leider werden dabei Synergien kaum genutzt.»
Gerade bei komplexen Projekten zeige sich, wie wichtig eine koordinierte Struktur sei. Croci verweist dabei auf frühere Erfahrungen: «Wie das Kezo-Wärmeverbundgeschäft gezeigt hat, ist es äusserst schwierig, die zu beteiligenden Gemeinden schnell in ein Projekt einbinden zu können.» Eine regionale Organisation könne solche Prozesse deutlich beschleunigen.
Doch nicht alle Gemeinden haben sich für eine Beteiligung am Verein entschieden. So ist eine Teilnahme von Rüti und Wetzikon derzeit noch offen, während sich Grüningen, Uster, Hinwil, Bubikon, Wila und Fehraltorf gegen eine Mitwirkung entschieden haben.
«Die Gründe dafür sind vielfältig: Einige Gemeinden sind der Auffassung, sie machen mehr als die anderen und können deshalb wenig profitieren, andere sehen die regionsübergreifende Zusammenarbeit noch zu wenig plastisch», erklärt Croci.
Von Energiekonzepten bis zur Bevölkerung
Dabei ist das mögliche Aufgabenspektrum des Vereins breit gefächert. Es reicht von der Erarbeitung gemeinsamer Grundlagen – etwa eines regionalen Energiekonzepts – über den Austausch zu Projekten wie smarter Strassenbeleuchtung bis hin zur gegenseitigen Unterstützung bei der Nutzung regionaler Energien wie Energieholz.
Auch gemeinsame Energieberatungen, Informationsveranstaltungen für die Bevölkerung sowie Projekte zur Energiegewinnung gehören zu den angedachten Tätigkeiten.
Nach der geplanten Gründung des Vereins im März 2026 wird zunächst der Vorstand seine Arbeit aufnehmen. Dabei stehen grundlegende strategische Fragen im Zentrum. Croci erklärt: «Es geht darum, mögliche Projektfelder zu konsolidieren und zu prüfen, ob für die Region zusammenhängende Planungen – zum Beispiel für die Mobilität – erstellt werden können.»
Die Finanzierung des Vereins sei bewusst schlank gehalten. Vorgesehen sind ein Sockelbeitrag von 350 Franken pro Gemeinde sowie ein einwohnerabhängiger Kostenanteil von 35 Rappen pro Einwohnerin und Einwohner.