Gefängnis Pfäffikon wird wieder eröffnet – mit mehr Stellen
Sicherheit in der U-Haft
Weil die Zahl der gewaltbereiten und psychisch angeschlagenen Häftlinge steigt, braucht die Justiz mehr Personal – so auch bald das Untersuchungsgefängnis Pfäffikon.
Weil immer mehr Häftlinge psychisch auffällig und gewaltbereit sind, muss die Zürcher Justizdirektion für das Untersuchungsgefängnis Pfäffikon mehr Personal als bisher einstellen. Dies geht aus einem Regierungsratsbericht hervor.
Konkret sollen per 1. Januar 2026 12 neue Stellen geschaffen werden, weitere 12 sind für später geplant. Die Justizdirektion stützt sich bei der Berechnung der Stellenzahl unter anderem auf Empfehlungen des Bundesamts für Justiz, die 2023 angepasst wurden.
Waren früher in der Untersuchungshaft 2,3 Haftplätze pro Mitarbeiter vorgesehen, so sind es neu nur noch 1,3. Damit ist der Stellenschlüssel derselbe wie im Vollzug, wo verurteilte Täterinnen und Täter ihre Strafe absitzen. Grund für die Anpassung des Stellenschlüssels in der U-Haft waren laut dem Bericht «die starke Zunahme der Belastungen durch die immer anspruchsvollere Gefängnispopulation» sowie gestiegene Anforderungen in Bezug auf Arbeits- und Bildungsangebote.
12 Plätze für die schwierigsten Gefangenen
Laut Regierungsrat hat sich die Sicherheitssituation in den Zürcher Gefängnissen in den letzten drei Jahren stark verschlechtert, wöchentlich sind «teilweise heftige Übergriffe» auf das Personal zu verzeichnen. Die Justizdirektion führt dies auf den schlechten psychischen Zustand der Inhaftierten zurück und auf deren Gewaltbereitschaft.
Das Untersuchungsgefängnis Pfäffikon wird derzeit umgebaut, es ist seit anderthalb Jahren geschlossen. Im Mai 2026 wird es wieder eröffnet. Es verfügt dann über 80 Plätze. 12 davon befinden sich in der Sicherheitsabteilung – das sind doppelt so viele wie bisher. Dort werden Personen aus der ganzen Schweiz inhaftiert, die fremd- oder selbstgefährdend sind oder bei denen ein hohes Fluchtrisiko besteht.
Für diese «äusserst anspruchsvollen und somit betreuungsintensiven Gefangenen» plant der Kanton Zürich mit einem Personalschlüssel, der sogar leicht über jenem liegt, den der Bund empfiehlt. Für die 12 Plätze sind 10 volle Stellen vorgesehen.
Im restlichen Gefängnis ist der Personalschlüssel hingegen – genau wie in den anderen Zürcher Untersuchungsgefängnissen – schlechter als empfohlen. Konkret strebt die Justizdirektion 1,7 Plätze pro Mitarbeiter an. Begründet wird das vor allem damit, dass die Untersuchungsgefängnisse nicht dasselbe Arbeits- und Bildungsangebot bereitstellen können wie die Justizvollzugsanstalt Pöschwies. In den Untersuchungsgefängnissen fehlt dazu schlicht die Infrastruktur.
Die geplanten 24 Stellen sind vorerst auf sechs Jahre befristet. Die Kosten für die erste Hälfte betragen 1,7 Millionen Franken pro Jahr.