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Der grüne Daumen

Ganz einfach: Mohnsamen selbst vermehren

Wenn im Sommer der Mohn leuchtet, erinnert der Garten an ein Gemälde von Claude Monet. Mohnblumen sind ein Blickfang. Die zarten Blüten strahlen um die Wette.

Eine farbenprächtige, violette Mohnblume in voller Blüte, links im Hintergrund eine noch grüne Mohn-Samenkapsel.

Foto: Dirk Rahnenführer

Ganz einfach: Mohnsamen selbst vermehren

Wenn im Sommer der Mohn leuchtet, erinnert der Garten an ein Gemälde von Claude Monet. Mohnblumen sind ein Blickfang. Die zarten Blüten strahlen um die Wette.

Verschiedene Erscheinungsformen stehen zur Wahl: Die Mohnsorte «Planète Rouge du Jura» hat charakteristisch rot-violette Farben. Sie ist eine gezielte Züchtung, ein Kultivar der Art Schlafmohn (Papaver somniferum). In der Schweiz diente sie früher vor allem zur Gewinnung von Speiseöl und Backmohn.

Eine weitere Sorte ist der kräftig gelb-orange, nahezu golden blühende Kalifornische Mohn (Eschscholzia californica) aus Nordamerika. Der rote Klatschmohn (Papaver rhoeas) mit seinen zarten und dünnen Blütenblättern wächst oft an Feldrändern. Als Archäophyt gelangte er vermutlich schon in der Jungsteinzeit von Westasien nach Mitteleuropa.

Bienen mögen die Blüten

Mohn bildet wenig Nektar, zieht aber dank seiner vielen Pollen Honig- und verschiedene Wildbienenarten an. Interessierte finden im Internet in der Pflanzen-Datenbank NaturaDB ausführliche Informationen zu jeder Art.

Wussten Sie schon?

Schlafmohn hat einen hohen Gehalt an Alkaloiden im Milchsaft, Basis für das Rauschmittel Opium. In Nachbarländern ist der Anbau von Schlafmohn streng geregelt und oft genehmigungspflichtig. In der Schweiz ist er für Zierzwecke frei erhältlich.

Um die Schönheit des Mohns jedes Jahr zu geniessen, müssen wir nicht jedes Jahr Saatgut kaufen. Die Vermehrung der eigenen Pflanze durch Samengewinnung ist beim Mohn sehr einfach. Nach dem Abfallen der Blütenblätter bildet sich die Samenkapsel. Der Erntezeitpunkt ist erreicht, wenn diese trocken und braun ist und sich die Löcher geöffnet haben, wie im Bild (unten) gezeigt. Die Stängel vorsichtig senkrecht abschneiden, über einem Glas umkehren und leicht schütteln. Die vielen kleinen Samen fallen heraus.

Nahaufnahme von zwei reifen Mohn-Samenkapseln und den herausgefallenen Mohnsamen, die auf einer weissen Oberfläche verstreut liegen.
Das Gewinnen der Samen ist ganz einfach, entscheidend für eine gute Keimfähigkeit ist aber die richtige Lagerung.

Die richtige Lagerung ist entscheidend für eine gute Keimfähigkeit im nächsten Frühling. Das Saatgut füllen wir in ein trockenes Samenpäckli oder ein gut verschliessbares Glas und lagern es an einem kühlen, trockenen und dunklen Ort.

Jetzt säen für frühe Blüte

Die Aussaat von Schlafmohn erfolgt März bis April direkt ins Beet oder einen sonnigen Standort, oder Ende August für eine frühe Blüte im nächsten Jahr. Als Lichtkeimer braucht Mohn ausreichend Licht für die Keimung. Daher werden die Samen nur sanft im feuchten Boden an der Oberfläche angedrückt. Anfang Sommer blühen die prächtigen Blüten und verwandeln den Garten erneut in ein lebendiges Gemälde.

Die Mitglieder des Vereins für Familiengärten Dübendorf begleiten die Leserinnen und Leser des «Glattalers» durchs Gartenjahr. Sie geben Tipps für Aussaat und Pflege, wobei der Anbau von Obst und Gemüse nur ein Aspekt ist. Ebenso wichtig ist ihnen, wie man durch Verzicht auf Pestizide und chemischen Dünger einen naturnahen Garten erschaffen kann.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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