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Frühlingsmarkt Turbenthal in winterlicher Kulisse

Besucherinnen und Besucher sowie Marktfahrende trotzten am Montagmorgen den winterlichen Temperaturen und hielten an der jahrzehntealten Tradition des Frühlingsmarkts in Turbenthal fest.

Frühlingsmarkt Turbenthal in winterlicher Kulisse

Das Aprilwetter ist schon da

Besucherinnen und Besucher sowie Marktfahrende trotzten am Montagmorgen den winterlichen Temperaturen und hielten an der jahrzehntealten Tradition des Frühlingsmarkts in Turbenthal fest.

Ein paar warme Tage, ein Hauch von Sonne, erste Blümchen auf den Wiesen: Der Frühling hatte sich bereits angekündigt, Wärme dagelassen und die Jacken leichter werden lassen. Doch ausgerechnet kurz vor dem Frühlingsmarkt in Turbenthal zog er sich zurück und überliess die Bühne noch einmal dem Winter.

Schneeflocken fallen am Montagmorgen, 30. März, vom Himmel. Der Wind zischt zwischen den Marktständen hindurch, und wer keine Handschuhe trägt, hat nach wenigen Minuten eiskalte Hände. Doch die Hartgesottenen lassen sich von einem Marktbesuch nicht abbringen. Denn der Termin am letzten Montag im März hat Tradition.

Man sieht eine Gasse an einem Markt mit Schneeflocken.
Schneeflocken statt Sonnenschein: Die Marktbesucher liessen zu Beginn auf sich warten.

Wie lange es diesen Frühlingsmarkt schon gibt, ist allerdings nicht so einfach herauszufinden. «Mindestens ein halbes Jahrhundert», sagt Ernst Näf. Er ist seit 25 Jahren als Marktchef tätig und für den Frühlings- und den Herbstmarkt in Turbenthal zuständig – und hat schon so ziemlich jedes Wetter erlebt in dieser Zeit.

Auch an diesem Morgen war er gegen 6.30 Uhr vor Ort, wies die Marktfahrenden ein und half beim Aufbau der Stände. Seine Faszination? «Das geschäftige Treiben, das Wiedersehen, das zufällige Aufeinandertreffen.» Und auch das leise Jammern über dies und jenes, wie er mit einem Schmunzeln zugibt. «Und trotzdem kommen sie alle wieder; die Marktfahrenden sind zäh.»

Das zeigt sich auch an der Nachfrage für die Marktstände am Frühlingsmarkt. Näf muss jedes Jahr Absagen erteilen, weil sich für die rund 40 Plätze zu viele Interessenten melden. Die Auswahl sei sorgfältig abgestimmt, damit es nicht zu viel vom Gleichen gebe. «Und Stammmarktfahrende haben Vorrang.»

Das Karussell ist immer da

Einer von ihnen ist Sjoerd Wiersma. Er sitzt im Kabäuschen des kleinen Karussells und zählt Münzen; auf dem Karussell fährt ein Kind. Das Fahrgeschäft gehört eigentlich seinem Schwiegervater und steht seit über zehn Jahren regelmässig in Turbenthal.

Man sieht einen Mann in einem Kassenhäuschen neben einem Karussell.
Sjoerd Wiersma springt schon seit mehreren Jahren im Fahrgeschäft seines Schwiegervaters ein; trotz Kälte hat er gute Laune.

Wiersma springt seit mehreren Jahren bei Anlässen ein, da sein Schwiegervater altersbedingt etwas kürzertritt. «Letztes Jahr war in Turbenthal auch schon schlechtes Wetter. Meine Frau und ich haben noch darüber gewitzelt, ob es vielleicht an mir liegt», sagt er lachend.

Doch davon runterziehen lässt er sich nicht. «Warum auch, ändern können wir es nicht.» Klar sei, dass heute nicht so viel laufen werde wie bei schönem Wetter. Glücklicherweise befinde man sich aber erst am Anfang der Chilbi- und Marktsaison; es könne also nur noch besser werden.

Wetter egal, Hauptsache, schulfrei

Neben dem Karussell steht ein kleines Festzelt, an dessen Plane ein Schild mit der Aufschrift «Raclette» hängt. Vier Erwachsene sitzen an den Festbänken und unterhalten sich gut gelaunt – Katrin, Thomas, Fritz und Stefan vom Museumsverein Turbenthal. Die Stimmung lassen sie sich «grad z Leid» nicht vermiesen vom schlechten Wetter. Immerhin sei es kalt genug, um das Raclette wirklich geniessen zu können.

Man sieht vier Menschen an einer Festbank sitzen.
Thomas, Fritz, Stefan und Katrin (von links) beim morgendlichen Kaffee im Raclette-Zelt – ganz passend zum Wetter.

Ein Bild, das sich bestätigt hat, wie Ernst Näf sagt. «Über Mittag hat sich der Marktplatz gefüllt.» Nun steht der Markt dann ganz im Zeichen der Kinder; diese haben traditionell schulfrei am Nachmittag der Markttage. Und dafür nehmen sie fast alles in Kauf – sei es auch noch so kalt und winterlich.

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