Fluggruppe Hasenstrick organsiert sich neu
Was macht ein Verein, der eigentlich keinen Zweck mehr hat? Obwohl zuletzt 2009 ein Flugzeug vom Flugplatz Hasenstrick gestartet ist, gibt es den dazugehörigen Verein noch immer. Nun vermeldete dieser aber diverse Abgänge im Vorstand. Unter anderem gehen Präsident Peter Nussbaumer, Vizepräsident Gerhard Boller und die Kassierin Martina Trüb.
«Die Wechsel im Vorstand haben mit einer Blutverjüngung zu tun und nicht damit, dass die scheidenden Mitglieder den Bettel hinwerfen», sagt Martin Brem, der neue Präsident des Vereins.
«Auf Standby»
Nussbaumer sei über 15 Jahre Präsident der Fluggruppe gewesen. Sowohl er, als auch Boller seien im Pensionsalter und hätten Platz für Jüngere machen wollen. «Für Martina Trüb als Kassierin gab es einfach nicht mehr viel zu tun, seit wir nicht mehr fliegen. Das ist nicht so spannend», sagt Brem. Aktuell seien sie 30 Aktivmitglieder und sieben Passive. «Die meisten Aktivmitglieder fliegen nach wie vor. Entweder beruflich als Linienpilot oder Fluglehrer, oder privat auf anderen Flugplätzen.»
«Die meisten Aktivmitglieder fliegen nach wie vor. Entweder beruflich als Linienpilot oder Fluglehrer, oder privat auf anderen Flugplätzen.»
Martin Brem, Präsident der Fluggruppe Hasenstrick
Bis vor zwei Jahren habe der Verein noch vom Flugplatz Speck starten können. «Die Flugzeuge haben wir aber mittlerweile verkauft, da diese, ohne eigenen Rundflugbetrieb, schlecht ausgelastet waren und damit zu teuer wurden.» Jetzt seien sie einfach ein Verein, der sich einmal pro Monat an einem Höck trifft und hofft, dass er irgendwann wieder fliegen kann. «Als Verein sind wir auf Standby.»
Kleine Hoffnung
Im Gegensatz zum Flugplatz ist im Restaurationsbereich des Hasenstricks diesen Sommer mit der Wiedereröffnung durch die Immobilienfirma Agensa Familia wieder Leben eingekehrt. Mit den neuen Besitzern würden sie sich gut verstehen, sagt Brem. «Sie wollen, dass der Flugplatz wieder öffnet und wir wollen das ebenso. Das verbindet.» Dennoch habe sich für den Verein mit der Wiedereröffnung des Ausflugrestaurants nicht viel verändert. «Wir können jetzt einfach wieder dort essen», so Brem.
«Sie wollen, dass der Flugplatz wieder öffnet und wir wollen das ebenso.»
Martin Brem
Obwohl das Restaurant, das Hotel und der Hangar zur Agensa gehört, ist die Piste noch immer im Besitz von Peter Kellenberger, dem zuvor das Ausflugsrestaurant gehörte und seither auch die Piste nicht abtreten will. «Solange das so ist, stecken wir fest», sagt Brem. «Wir kennen ihn seit zwanzig Jahren und wissen, woran wir sind.» Vielleicht gäbe es aber mal eine Möglichkeit, die Piste zu kaufen. Die Hoffnung sei jedoch relativ klein.
Motorenlärm der Flugzeuge
«Wir haben noch immer ein wenig Geld auf der Seite und den Aeroclub Zürich hinter uns, der uns unterstützen würde, wenn wir den Flugplatz wiedereröffnen könnten», sagt Brem.
«Die Nachbarn haben sich in den letzten neun Jahren daran gewöhnt, dass es ruhig ist ohne den Motorenlärm der Flugzeuge.»
Martin Brem
Allerdings sieht er auch bei der gewünschten Wiedereröffnung ein Problem auf der Verein zukommen: «Die Nachbarn haben sich in den letzten neun Jahren daran gewöhnt, dass es ruhig ist ohne den Motorenlärm der Flugzeuge». Ob die bei einer Wiedereröffnung des Flugplatzes nicht Einsprachen erheben würden, könne der Verein momentan nicht abschätzen.