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Politik

Fischenthaler Verwaltung putzt sich raus

Seit dem Sommer versucht Fischenthal, grosse Probleme in der Verwaltung zu beheben. Bei den Baugesuchen hat die Gemeinde bereits vorwärtsgemacht. In anderen Abteilungen gibt es noch einiges zu beheben.

Die Fischenthaler Verwaltung konnte bereits einige Altlasten abarbeiten., Die Abteilung Infrastruktur arbeitet noch an Grundlagenpapieren, die das Gesetz eigentlich vorschreibt.

Foto: Seraina Boner

Fischenthaler Verwaltung putzt sich raus

Es waren keine schönen Nachrichten, welche die Gemeinde Fischenthal im Juni verkünden musste: Ihre Verwaltungsstrukturen genügen nicht mehr den heutigen Ansprüchen. Selbst der Bezirksrat hatte in seiner Visitation Anfang Mai die Unzulänglichkeiten bestätigt. Es sei dringlich, die Mängel zu beheben, so seine Botschaft.

Die Aufsichtsbehörde gab der Gemeinde eine Frist bis Ende Jahr. Der Gemeinderat kündigte daraufhin eine umfassende Reor­ganisation an – und bewilligte Kosten von 474’800 Franken.

«Die Strukturen in der Verwaltung sind zu schwach, um Projekte durchzuführen», sagte Gemeindepräsidentin Barbara Dillier (parteilos) an der Gemeindeversammlung im Juni.

Motivierender Effekt

Nun arbeitet die Verwaltung seit mehreren Monaten daran, ihre Strukturen zu verbessern. «Für die Reorganisation wurde ein Plan zu verschiedenen Massnahmen erstellt, die im Moment stetig umgesetzt werden», erklärt Dillier den Stand der Dinge.

Die Mängel publik zu machen, habe der Gemeinde ermöglicht, offen darüber zu kommunizieren und eine Suche nach Lösungen zu starten. «Allein diese Tatsachen haben einen positiven und motivierenden Effekt», glaubt die Gemeindepräsidentin.

Bau und Planung aufgeräumt, noch Fehler im Register

Insbesondere in Bereichen, wo Altlasten zügig abgebaut werden können, ist die Wirkung der Massnahmen deutlich spürbar. So hat man zum Beispiel in der Abteilung Bau und Planung vorwärtsgemacht.

Im Juni waren gemäss Dillier rund 160 Bau­gesuche hängig. Hier habe man aufgeräumt und einen Überblick zu den aktuellen Gesuchen geschaffen, ordnet die Gemeindepräsidentin die Situation ein. Doch es bleibt noch viel Arbeit.

Zügige Gemeindeversammlung und am Ende doch das eine Problem

08.06.2022

Fischenthal und seine Verwaltung

Die Gemeindeversammlung hat die offiziellen Traktanden schnell behandelt. Beitrag in Merkliste speichern So sind die Daten im Fischen­thaler Gebäude- und Wohnungsregister fehlerhaft. «Deshalb haben wir bislang auf eine Schnittstelle mit den Einwohnerdiensten verzichtet», erklärt Dillier. «Beide Datenstämme müssen jetzt synchronisiert werden.»

Das laufe im Hintergrund ab und habe auf die An- und Abmeldung von Einwohnerinnen und Einwohnern keinen Einfluss. Dillier rechnet nicht damit, dass diese Arbeiten noch in diesem Jahr abgeschlossen werden können. Die Bereinigung der Stammdaten benötigt aus ihrer Sicht noch mehr Zeit.

Es fehlen gesetzliche Grundlagen

Doch nicht nur die Register beschäftigen die Gemeindeverwaltung. Ihr fehlen in der Ab­teilung Infrastruktur noch Planungsgrundlagen, die eigentlich gesetzlich vorgeschrieben sind. Konkret geht es dabei um die Wasserversorgung, welche per 1. Januar 2021 durch die Politische Gemeinde übernommen wurde.

«Es ist in den Folgejahren damit zu rechnen, dass weitere Mittel eingesetzt werden müssen.»
Barbara Dillier (parteilos), Gemeindepräsidentin

Abzuschliessen sind noch die Handbücher zur Qualitätssicherung und für die Trinkwasserversorgung in Notlagen, wie Dillier erklärt. Auch die Arbeiten für den Generellen Entwässerungsplan wurden aufgenommen, so wie es das Gewässerschutzgesetz auf Bundesebene verlangt.

Bei den Kosten hat die Gemeinde noch Luft

Bisher liegt die Gemeinde für die Reorganisation noch weit unter dem Kostenrahmen von knapp einer halben Million Franken. Doch der Prozess zur Behebung der Mängel ist noch lange nicht abgeschlossen.

Der Aufbau der neuen Struktur und der internen Abläufe werden die Verwaltung über das Jahresende hinaus weiter beschäftigen. «Es ist deshalb in den Folgejahren damit zu rechnen, dass für die Festigung der Strukturen weitere Mittel eingesetzt werden müssen», vermutet Dillier – wenn wohl auch nicht in der gleichen Höhe.

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