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Politik

Fischenthal entscheidet über neuen Schulraum

Wie viel wollen die Fischenthaler für neue Schulräume zahlen? Am 3. März fällen sie einen ersten Entscheid. Das sind die Optionen.

Die Gemeinde Fischenthal will, dass künftig alle Schülerinnen und Schüler am Standort Schmittenbach und Burghalden den Unterricht besuchen.

Foto: Céline Zöllig

Fischenthal entscheidet über neuen Schulraum

Abstimmung: Minimal- oder Maximalvariante

Fischenthal will die Schule an einem Standort zentralisieren – und muss dafür investieren. Bereits jetzt möchte der Gemeinderat wissen, wie viel die Bevölkerung dafür ausgeben will.

Fischenthal will seine Schule fit für die Zukunft machen. «Wir haben schon länger kein Schulhaus mehr gebaut und allgemein keine grossen Vorhaben im Bildungsbereich realisiert», sagte Gemeindepräsidentin Barbara Dillier (parteilos) an einer Info-Veranstaltung letzten Sommer.

Die Liegenschaftenstrategie der Gemeinde sieht vor, dass sich die Primarschule am Standort Schmittenbach/Burghalden zentralisieren soll. Die Klassenzimmer im Schulhaus Bodmen würden deshalb verschwinden, damit Platz für andere Angebote geschaffen werden kann, beispielsweise den Mittagstisch oder Tagesstrukturen.

Satellitenaufnahme von Fischenthal mit den Grundstücken Bodmen, Burghalden, Schmittenbach und Turnhalle Am Gleis markiert.
Die Schulraumplanung in Fischenthal sieht vor, dass der Unterricht nur noch am Standort Schmittenbach und Burghalden stattfindet.

Am Standort Schmittenbach/Burghalden will die Schule im Gegenzug bauen. Im Rahmen der Schulraumplanung hat die Gemeinde mehrere Optionen geprüft und zwei Bestvarianten ausgewählt. Welche davon allenfalls weiterverfolgt werden könnte, entscheiden die Fischenthalerinnen und Fischenthaler im März an der Urne.

Denn der Gemeinderat will die Bevölkerung bereits früh in den Prozess einbinden. Egal, welches Projekt weiterverfolgt wird, es geht um viel Geld.

«Da die Schulraumplanung die Gemeinde Fischenthal in den kommenden Planungsjahren stark prägen wird, hat der Gemeinderat entschieden, der Bevölkerung eine Grundsatzabstimmung zu unterbreiten», heisst es im beleuchtenden Bericht. Eine Abstimmung in diesem Planungsstadium ist nicht vorgeschrieben.

Kostensparend oder zukunftsweisend?

Die Stimmbürger haben die Wahl zwischen einem Ergänzungsneubau, der sogenannten Minimalvariante, und dem Komplettrückbau des Schulhauses Schmittenbach mit einem Neubau samt Turnhalle.

Bei den Varianten handelt es sich um Stossrichtungen für eine mögliche Umsetzung, konkrete Bauprojekte liegen noch nicht vor. Das Aussehen, die genaue Grösse und die Bauplanung sind noch offen. Die jetzigen Angaben stützen sich auf eine Machbarkeitsstudie.

Die Minimalvariante

Schulhäuser Schmittenbach und Burghalden, Fischenthal.
Der Neubau könnte auf dem Areal beim Schulhaus Burghalden erstellt werden.

Bei der Minimalvariante könnte ein Neubau beispielsweise auf dem Areal Burghalden entstehen. Bei diesem Projekt soll eine möglichst tiefe Investitionssumme erreicht werden. Eine Grobkostenschätzung geht von 25,4 Millionen Franken bis 2040 aus.

Ein zusätzlicher Vorteil ist für den Gemeinderat, dass es zu weniger Einschränkungen bei der Realisierung kommt, beispielsweise durch Provisorien. Hingegen schafft er nur die benötigten neuen Räume für die Schule, die nicht speziell auf moderne Unterrichtsformen zugeschnitten sein werden.

Die Maximalvariante

Bei der Maximalvariante baut die Gemeinde das Schulhaus Schmittenbach samt der für heutige Verhältnisse sehr kleinen Turnhalle komplett zurück. Dafür soll ein Neubau entstehen, welcher auf die heutigen Bedürfnisse von modernen Unterrichtsformen zugeschnitten werden kann.

Schulhäuser Schmittenbach und Burghalden, Fischenthal.
Die Maximalvariante sieht vor, das Schulhaus Schmittenbach abzureissen und mit einem Neubau zu ersetzen.

Die Kosten des Projekts sind deutlich höher als die der Minimalvariante. In der Grobkostenschätzung geht der Gemeinderat von etwa 34,7 Millionen Franken bis 2040 aus.

Schulpflege und Gemeinderat favorisieren in einer gemeinsamen Stellungnahme diese Variante und empfehlen den Stimmbürgern, ihr «im Interesse unserer qualitativ hochstehenden Volksschule und der Attraktivität unserer Wohngemeinde» zuzustimmen.

«Für die Schule stellt die Variante einen klaren Mehrwert dar», steht weiter im Bericht. Ebenso könnten Vereine von einer grösseren Turnhalle profitieren.

Noch lange Planung

An der Abstimmung am 3. März können die Stimmbürger beide Varianten annehmen, nur eine davon oder gar keine. Erhalten beide Projekte eine Mehrheit, entscheidet die Stichfrage.

Wird eine Variante weiterverfolgt, kommt an der Gemeindeversammlung vom 4. Juni der Kredit für den Studienauftrag zur Abstimmung. Im Anschluss sollen mehrere Projektideen erarbeitet werden, und eine Jury entscheidet über das Siegerprojekt.

Der Kredit für die Projektierung kommt frühstens im März 2026 an die Urne. Wann das Volk über den finalen Baukredit abstimmen kann, ist gemäss der Planung noch offen.

Der Fischenthaler Gemeinderat und die Schulpflege führen vor der Abstimmung eine Informationsveranstaltung zur Schulraumplanung und zur Abstimmung durch. Diese findet am Montag, 26. Februar, um 20 Uhr im Gemeindesaal Blume statt.

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